Die 4 wichtigsten Kanäle für Deine Öffentlichkeitsarbeit in Verein und Ehrenamt

Ich nenne sie meine „Eckpfeiler“. Wenn Du es mehr mit Fußball hast, möchtest Du sie vielleicht lieber „Eckfahnen“ nennen, auch das drückt aus, worum es geht: Eben die wirklich wichtigen Kanäle für Deine Öffentlichkeitsarbeit, ohne die Dein Verein und Deine ehrenamtliche Tätigkeit für den Rest der Welt einfach unsichtbar bleibt. Warum das keine gute Idee ist, selbst wenn Du das Ganze gar nicht tust, weil Du Anerkennung brauchst, erkläre ich Dir hier.

Im Fußball begrenzen die Eckfahnen das Spielfeld. Und wenn man ein Dach errichten will, braucht man wenigstens vier stabile Punkte in den Ecken, auf denen das schützende Dach ruhen kann. Natürlich sieht man beim Fußball den Rand auch noch durch die Seitenlinien und natürlich zieht man unter den meisten Dächern schon auch noch ein paar Außenwände ein. Aber die Ecken definieren trotzdem das Spielfeld, beziehungsweise den Raum, in dem sich alles abspielt. Der Rest mag durchaus auch helfen und sehr wichtig sein. Aber ohne die Ecken wäre das Ganze instabil, würde vielleicht sogar zusammenfallen, auf jeden Fall aber komisch aussehen.

Kurz gesagt: Ohne diese 4 Kanäle funktioniert Öffentlichkeitsarbeit nicht. Und zwar nirgends, nicht in einem Verein und auch nicht in einer Firma. Was nicht bedeutet, dass man nicht auch ohne Öffentlichkeitsarbeit an sich eine Zeit lang klar kommen könnte (wovon ich, es dürfte Dich nicht wundern, dringend abrate) – aber wenn Du etwas in dieser Richtung machen möchtest, dann sollte es mindestens Dein Anspruch sein, die folgenden vier Kanäle zu bespielen.

1. Deine Website als Herz Deiner Öffentlichkeitsarbeit

Deine Website sollte der Ort sein, an dem alle Fäden zusammenlaufen. Hier finden die Leute Links zu allen Social Medias und allen anderen Kanälen Deiner Öffentlichkeitsarbeit. Hier erfahren sie wirklich alles, was es über Deinen Verein und Deine Tätigkeiten zu wissen gibt. Inklusive und insbesondere, wie sie Kontakt mit Dir aufnehmen oder sich beteiligen können.

Anders, als bei den anderen hier genannten Kanälen bist Du nur bei der Website wirklich Herr im Haus. Du entscheidest, welche Inhalte hier zu finden sind und was gerade wie wichtig präsentiert wird.

Die Website ist nicht nur Eckpfeiler, sondern eigentlich sogar Fundament. Denn während Facebook morgen die Pforten dichtmachen oder aus irgendeiner komischen Laune heraus vielleicht Deine Seite sperren könnte, Deine Lokalzeitung Insolvenz anmelden und sich vielleicht auch grade niemand findet, um Flyer oder Flugblätter zu verteilen, wird Deine Website immer noch da sein und informieren. Und damit auch immer noch die Grundlage für den Aufbau aller weiteren Pfeiler sein. Denn alle News und Infos, die Du der Zeitung zur Veröffentlichung schickst oder über Facebook und Twitter teilst, hast Du (hoffentlich) vorher oder gleichzeitig auch auf Deiner Website veröffentlicht.

Deine Website kennt auch vom Umfang her keine Grenzen und so kannst Du nur hier das volle Programm Deines Sportvereins präsentieren und nur hier wirklich alle denkbaren Arten an Inhalt zentral speichern und veröffentlichen.

Gleichzeitig kannst Du Deine Website übrigens auch als Archiv nutzen und auch nach Jahren noch einmal schauen, was wann wie war. Wer schon einmal an einer Chronik zum Jubiläum oder Ähnlichem gearbeitet hat, wird ein solches gut sortiertes und quasi nebenbei entstehendes Archiv zu schätzen wissen.

Vor allem aber dient die Website als Taktgeber für alle anderen Kanäle: Hier fängt es an und hier gibt es die weiterführenden Informationen und was man hier nicht findet, das findet man nirgendwo. Das sollte jedenfalls Dein Anspruch an Deiner Website sein: Was hier nicht zu finden ist, it auch im Rest des Internets über Deinen Verein, Dein Ehrenamt nicht zu finden.

Mach also, das die Leute sich auf diesen Grundsatz verlassen können und auch wirklich alles dort finden, statt endlos alle möglichen sozialen Netzwerke durchsuchen zu müssen. So wie die Website für Dich 1. Eckpfeiler und Fundament Deiner Öffentlichkeitsarbeit ist, soll sie auch der Rest der Welt und ganz besonders alle Freunde Deiner Arbeit sehen und nutzen.

2. Social Media (aka Facebook)

Ja, es gibt an Social Medias natürlich weit mehr als Facebook da draußen und diese Gleichsetzung soll auch nicht bedeuten, dass ich Facebook völlig unkritisch gegenüberstehe oder es gar für das beste aller Netzwerke halte. Glaub mir, ich probiere seit vielen Jahren absolut alles aus, was es an neuen Diensten und Netzwerken so gibt und da gibt es tatsächlich sehr, sehr viel mehr als nur Facebook. Aber hier geht es um Eckpfeiler und die Wahrheit ist nunmal, das mögen wir gut oder schlecht finden: An Facebook kommt niemand vorbei!

Kein anderes Soziales Medium ist auch nur ansatzweise so über alle Altersgrenzen hinweg verbreitet. 30 Millionen aktive Nutzer hat Facebook allein in Deutschland. Wen immer Du konkret ansprechen willst: Er mag Facebook nicht besonders mögen und vielleicht auch nicht sehr aktiv nutzen, er wird aber mit hoher Wahrscheinlichkeit trotzdem hin und wieder dort unterwegs sein und vielleicht auch gerade dort nach Deinem Verein oder Deinen Aktivitäten suchen.

Was immer Du Dir für Deine Social-Media-Aktivitäten sonst noch so vorstellen magst, mit Facebook solltest Du deswegen unbedingt beginnen. Du brauchst eine eigene Facebookseite und die sollte auch gepflegt werden. Dazu ist es schon die halbe Miete, wenn Du dort einfach nur zuverlässig postest, wenn es etwas Neues auf Deiner Website gibt. Mach es Dir am Besten zur Gewohnheit, direkt nach der Veröffentlichung auf Deiner Website ein Posting auf Facebook zu machen oder zeitversetzt einzuplanen. Wenn Du dann noch Deine Facebookseite im Blick behältst und auf Nachrichten oder Kommentare reagierst, machst Du schon verdammt viel richtig.

Natürlich geht da noch einiges mehr, so wie ohnehin Facebook noch viele weitere Möglichkeiten bietet, mit denen Du arbeiten kannst und, sofern Facebook überdurchschnittlich gut von Deiner jeweiligen Zielgruppe genutzt wird (was nicht überraschend wäre), sicherlich auch solltest. Schaue dazu mal in diesen Artikel, in dem ich alles, was Facebook kann, ausführlich erkläre.

Aber das A und O ist eine grundlegend gepflegte Facebookseite und wenigstens die gehört unbedingt zu Deiner Öffentlichkeitsarbeit dazu.

3. Aktive Pressearbeit

Die Medienwelt befindet sich im Wandel und wann und wo dieser endet, weiß im Moment niemand. Vielleicht braucht es für gute ehrenamtliche Öffentlichkeitsarbeit irgendwann tatsächlich keine eigene Pressearbeit mehr, wer weiß?

Heute sind wir davon allerdings noch weit entfernt. Traditionelle auf Abonnenten setzende Lokalzeitungen leiden zwar sehr, sind aber vor allem bei Menschen über 60 immer noch ein sehr relevantes Medium. Falls das eine Altersgruppe ist, die für Deinen Verein interessant ist, solltest Du das bei der Konzeption Deiner Öffentlichkeitsarbeit also auf jeden Fall bedenken.

Doch auch die vielen kostenlosen rein werbefinanzierten Wochenblätter, die es wohl fast überall gibt, sind Presse und werden durchaus auch gelesen und können für Dich als Kanal Deiner Öffentlichkeitsarbeit interessant sein.

Aber was macht denn die Presse nun zu einem der Grundpfeiler für unsere Öffentlichkeitsarbeit?

Das ist die besondere Kombination dieser zwei Merkmale:

  1. Sie erreicht fast jeden, sehr leicht aber insbesondere Leute, die Du anders und insbesondere online schwieriger oder vielleicht auch gar nicht erreichst, vor allem ältere Leute, die oft einfach keine Lust haben, sich mit den Möglichkeiten des Internets auseinander zu setzen, um auf dem Laufenden zu bleiben. Ja, diese Leute gibt es wirklich noch und es sind mehr, als Du vielleicht denkst;)
  2. Du musst fast nichts dafür tun, um hin und wieder in der Presse zu erscheinen.

Selbst wenn – je nach Zielgruppe – Facebook oder Deine Website vielleicht mehr wahrgenommen werden, als Presseberichte über Dich und Dein Ehrenamt, bleibt die Presse darum für Dich wichtig. Die Presse lebt nunmal davon, News (wie die von Dir) an möglichst viele Leute zu liefern. Dafür kassiert sie die Abo-Gebühren oder Werbeeinnahmen, die immer noch das eigentliche Geschäftsmodell der Presse – online wie offline übrigens – bilden. Dementsprechend wird großer Aufwand betrieben, möglichst viele Leute zu erreichen. Die Presse erledigt so automatisch einen wichtigen Teil auch Deiner Arbeit. Und das ist eine Chance, die Du Dir nicht entgehen lassen solltest!

Übrigens findet natürlich längst auch bei den kleinsten Käseblättchen immer mehr auch online statt. Zeitungsartikel, in denen es um Dich geht, machen Deine ehrenamtliche Arbeit also auch in den Suchmaschinen sichtbarer und auch hierfür musst Du gar nichts tun…

…außer einer guten und vor allem aktiven Pressearbeit 🙂

Der werden wir uns an anderer Stelle natürlich noch im Detail widmen. An dieser Stelle habe ich aber zwei grundlegende Tipps für Dich:

  1. Suche den Kontakt zur Presse, halte sie ganz allgemein auf dem Laufenden über alles, was Ihr plant und tut und was Du für „besonders“ hältst
  2. Schreibe Pressemitteilungen! Und schreibe sie so, als könnten sie direkt gedruckt werden. Natürlich wird trotzdem nicht zwingend alles gedruckt, was Du an Zeitungen schickst aber selbst wenn nicht hast Du schöne Texte für Deine Website gebaut, was Du ja ohnehin tun solltest.

Oder kurz gesagt: Pressearbeit ist vor allem deswegen so interessant, weil sie sich irre effizient bewerkstelligen lässt. Du schreibst eben nie nur für die Presse, Du schreibst Deine Artikel nur einfach von vornherein so, dass sie auch zur Pressemitteilung taugen.

4. Der Joker

Jede ehrenamtliche Tätigkeit ist anders, richtet sich an andere Zielgruppen, die sich über andere Kanäle informieren. Die drei bisherigen Punkte sind universell gültig, bei diesem geht es aber genau darum, zu schauen, was speziell für Dich und Deine Arbeit darüber hinaus noch wichtig ist.

Dazu musst Du schauen, wo Deine Mitglieder oder die Leute, die Du gerne als Mitglied, Unterstützer oder Spender hättest, sich aufhalten und informieren. Das kann sich sehr unterscheiden. Wenn Du vor allem junge Leute ansprechen willst, solltest Du Dich zum Beispiel mit Snapchat beschäftigen.

Vielleicht ist dieser vierter Eckpfeiler aber für Dich auch Gedrucktes wie Plakate, Flyer oder sogar eine Vereinszeitung. Im weitesten Sinn kann auch eine regelmäßige Veranstaltung durchaus einen relevanten Pfeiler für Deine Öffentlichkeitsarbeit sein, wenn sie denn die Leute anzieht, die Dir wichtig sind.

Sehr häufig wird dieser vierte Pfeiler etwas sein, dass es längst bei Dir gibt, was eine gewisse Tradition hat und vom Konzept her vielleicht auch schon einfach saugut und ewig erprobt ist. Und deswegen gehört das dann natürlich absolut ebenbürtig in genau in Auflistung.

Allzu viele allgemeine Tipps kann ich Dir zu diesem letzten Eckpfeiler logischerweise nicht geben. Nur soviel: Was auch immer Du tust, binde es in ein Gesamtkonzept Deiner Öffentlichkeitsarbeit ein! Das Veranstaltungsplakat kann man auch auf Facebook posten, am besten mit Hinweis auf die zugehörige Facebookveranstaltung und auf die Website gehört beides sowieso.

Und sonst?

Ohne Eckpfeiler geht es nicht aber das bedeutet nicht, dass es damit getan wäre. Neben Facebook können auch Twitter oder sogar Google+ für Dich geeignete soziale Medien sein, um Leute zu erreichen. Und Du kannst auch einfach mal schauen, wie ähnliche Vereine aus der Nachbarschaft so arbeiten und Dir hier weitere Inspiration holen.

Bei all dem solltest Du aber nie aus den Augen verlieren, Dich nicht zu übernehmen. Auch Dein Tag hat nur 24 Stunden und deswegen musst Du schauen, was machbar ist und wo es soviel wird, dass Du früher oder später einen Deiner Kanäle zur Öffentlichkeitsarbeit vernachlässigen müsstest.

Schaue aber auch, ob du nicht bestimmte Kanäle mit relativ wenig Aufwand gut bedienen kannst. Wenn Du zum Beispiel sowieso viele Bilder machst, lege Dir, bzw. Deinem Verein ein Instagram-Profil zu. Und wenn Du Deine Website regelmäßig mit Inhalten versorgst, überlege, ob Du diese nicht auch noch als Newsletter bereitstellen könntest. Wenn Du Plakate drucken willst, dann bastele aus der Grafik für das Plakat gleich auch noch das Facebook-Banner für die Veranstaltungsseite dort.

Nutzt Du diese vier Eckpfeiler bereits? Ich freue mich über Deine Erfahrungen in den Kommentaren!