Warum Öffentlichkeitsarbeit in Deinem Verein heute einfacher ist denn je

Wie wichtig eine gute Öffentlichkeitsarbeit ist, habe ich Dir in der letzten Woche hoffentlich verständlich machen können. Du kommst einfach nicht drumherum, also gib einfach Gas 😉

Die gute Nachricht ist aber: Noch nie war es so einfach wie heute, in Sachen Öffentlichkeitsarbeit einen guten Job zu machen!

Das liegt natürlich vor allem am Internet und allem, was es hervorgebracht hat – aber nicht nur!

Denn es gibt auch ein Leben außerhalb des Internets. Und auch wenn man mit Facebook & Co viel machen kann, so hat die Technik uns auch die Öffentlichkeitsarbeit in der Offlinewelt an vielen Stellen leichter gemacht.

Das geht damit los, dass es supereinfach und spottbillig ist, auf dem heimischen Laserdrucker mal schnell ein paar hundert Flyer für irgendeinen Zweck in hervorragender Auflösung drucken zu können.

Der Computer hilft uns auch, Artikel für die Zeitung zu schreiben oder eine Pressemitteilung. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn man weiß, wie dünn die Personaldecken vieler Lokalzeitungen inzwischen geworden sind – wer dort eine Rolle spielen will, der sollte dazu übergehen, selbst für die Berichterstattung zu sorgen. Dank Computer und Internet ist so ein Artikel mit etwas Knowhow schnell geschrieben und per E-Mail gesendet, schon hat man gewaltig was für die eigene öffentliche Wahrnehmung getan.

Und dann gibt es natürlich auch noch Dienste wie Flyeralarm, die professionell zu geradezu lächerlichen Preisen in Top-Qualität Plakate, Flyer, Faltblätter und alles Mögliche andere bedrucken – und auch dafür brauchen sie eine Vorlage, die wir Dank Technik mit einigen Grundkenntnissen selbst herstellen oder durch andere gegen kleines Geld anfertigen lassen können.

Aber es ist natürlich klar, dass ein ganz großer Teil der Öffentlichkeitsarbeit nicht via Zeitung oder Papier stattfindet und nicht wenige Vereine auch komplett ohne Plakate oder Flyer auskommen und trotzdem öffentlichkeitswirksam zu bleiben. Das Internet bietet uns da unbegrenzte Möglichkeiten und fast jährlich kommen weitere hinzu – so wie sich derzeit zum Beispiel Snapchat mehr und mehr durchsetzt.

Im Folgenden möchte ich mal einen Überblick über die Online-Kanäle geben, die derzeit relevant sind. Und Du schaust mal, welche Du davon bereits nutzt und prüfst, ob der Rest nicht vielleicht auch etwas für Dich sein könnte.

Aber bitte nicht falsch verstehen: Ich sage nicht, dass es für jeden Verein sinnvoll oder gar zwingend nötig ist, all diese Kanäle zu bespielen! Ganz im Gegenteil ist weniger manchmal mehr, wir sollten uns da einfach ein wenig auf unsere jeweiligen Zielgruppen einspielen. Es nützt aber gar nichts, ein Dutzend Accounts beim allerneuesten hippen Kram in Sachen Social Media zu haben und die dann mangels Zeit, Ideen oder gar Gesamtkonzept zu toten Profilen verkommen zu lassen. Nimm diese Liste einfach als Überblick, nicht als konkrete Anleitung.

Facebook

Als ich meine ersten Facebookseiten anlegte, geschah das mehr so unter Ausschluss der Öffentlichkeit, denn damals 2008 nutzte in Deutschland kaum jemand Facebook, der nicht ein bisschen bekloppt und sehr neugierig auf neue Dienste war, so wie ich. Mittlerweile hat sich das natürlich dramatisch geändert. Jeder kennt Facebook, fast jeder nutzt es selbst, wenn auch in unterschiedlichem Umfang. Auch für Deine Arbeit in Verein und Ehrenamt bietet Facebook viele Möglichkeiten. Über Dein privates Profil kannst Du zum Beispiel Inhalte Deiner Vereins-Website teilen, auf Termine hinweisen oder eigene Fotos und Videos kostenlos und ohne großen Aufwand veröffentlichen. Doch Facebook bietet mit Seiten, Gruppen, dem Messenger und letztendlich auch Ads noch viele weitere Möglichkeiten für Deine Öffentlichkeitsarbeit. So viele, dass wir darauf in einem anderen Artikel noch einmal ausführlich eingehen werden.

WhatsApp

…gehört bekanntlich zu Facebook, ist aber dennoch eine eigenständige Plattform. In Deutschland hat fast jeder, der ein Smartphone hat, auch WhatsApp. Es hat gewissermaßen die alte SMS flächendeckend abgelöst, auch wenn es weder technisch, noch optisch oder in Sachen Komfort der beste Messenger auf dem Markt ist. Es hat ihn aber eben wirklich fast jeder und das macht ihn auch für Dich zu einem wertvollen Tool in der Öffentlichkeitsarbeit (und für alle andere Kommunikationsaufgaben natürlich auch).
Denn neben der Gruppen-Funktion, die wohl jeder kennt, bietet WhatsApp auch sogenannte Broadcastlisten an. Das sind einfach ausgedrückt Nachrichten, die Du an bis zu hunderte Empfänger gleichzeitig schicken kannst. Beim Empfänger kommen sie dann so an, als hättest Du nur ihm diese Nachricht geschickt. Bedingung ist allerdings, dass der Empfänger die Absender-Nummer in seinem Adressbuch gespeichert hat. Auf diese Weise wird Missbrauch der Listen durch Spam verhindert.
Tipp: Findest Du das Tippen von mehr als ein oder zwei Sätzen am Smartphone auch so nervig, wie ich? Dann nutze doch WhatsApp Web ganz normal im Desktop-Browser!
Bonustipp: Für die Vereinsarbeit lohnt es sich vielleicht, einen weiteren WhatsApp-Account zu nutzen. Da das bei WhatsApp derzeit an eine konkrete Mobilfunknummer gebunden ist, die auch nur für jeweils einen WhatsApp-Account gültig ist, erfordert das allerdings eine weitere SIM-Karte. O2 oder Vodafone bieten so etwas aber kostenlos an. Wenn Du dann noch ein altes Handy rumliegen hast, sparst Du Dir sogar das auswechseln der SIM-Karten (was aufgrund des damit einhergehenden mechanischen Verschleises an Karten und Gerät ohnehin nicht wirklich als Dauerlösung zu empfehlen ist). Ich nutze für so einen Vereins-Account mein uraltes Galaxy S3, das ansonsten nur sinnlos herumliegen würde, aber auf diese Weise ein zweites Leben bekommen hat;)

Instagram

Noch so ein Dienst, der Facebook gehört aber eigenständig funktioniert. Bei Instagram dreht sich alles um Fotos. Und auch hier kannst Du für Deinen Verein ein Profil anlegen. Das macht natürlich nur Sinn, wenn bei der alltäglichen Vereinsarbeit in einer gewissen Regelmäßigkeit interessante oder lustige Fotos entstehen. Die postest Du dann, zusammen mit reichlich erklärenden Hashtags – und generierst so auf einfache Weise noch ein bisschen mehr Aufmerksamkeit für Eure Arbeit.

Twitter

Kennt dem Namen nach jeder, in Deutschland ist das gerne „Kurznachrichtendienst“ genannte Twitter allerdings nie wirklich im Mainstream angekommen. Das liegt vermutlich vor allem daran, dass 140 Zeichen für Äußerungen in deutscher Sprache vielleicht doch etwas wenig sind.

Gleichwohl kann Twitter für Deinen Verein eine tolle Sache sein. Denn zum Einen wandern Tweets in Googles Index, so dass Du durch Twitter-Nutzung ganz nebenbei Deine Reichweite vergrößerst. Zum Anderen bekommt man auch in 140 Zeichen bereits eine Menge gesagt, wenn man sich etwas Mühe gibt – und dann kann man, die richtigen Zielgruppen vorausgesetzt, auch über Twitter durchaus viele Leute erreichen.

Google+

Googles Großanrgiff auf Facebook ist zwar gründlich in die Hose gegangen, denn fast niemand nutzt Google Plus auch nur ansatzweise so, wie die Mehrheit der Nutzer Facebook. Es lohnt sich aber trotzdem, zumindest eine Seite für Deinen Verein hier anzulegen. Denn die wird bei Google-Suchen neben den Ergebnissen dann recht auffällig angezeigt. Und da Google ja nunmal immer noch die größte und beliebteste Suchmaschine der Welt ist, kann es auch durchaus sein, dass eine Google+-Präsenz sich in irgendeiner Weise positiv darauf auswirkt, an welcher Stelle Du in den Suchergebnissen wohl auftauchst.

Mein Tipp: Lege Dir eine Seite auf Google+ an, eine ernsthafte Nutzung kannst Du Dir aber wahrscheinlich schenken. Was Du machen kannst ist, über entsprechende Tools Facebookpostings automatisch auch hier zu veröffentlichen oder einfach den Newsfeed Deiner Vereins-Website automatisiert auf Google+ zu veröffentlichen, dann passiert da zumindest ein bisschen was. Aber das Entscheidende ist wirklich, wenigstens eine Seite anzulegen, auf der die wichtigsten Angaben vorhanden und korrekt sind.

Website

Das Herzstück Deiner gesamten Öffentlichkeitsarbeit sollte, auch wenn es ein wenig old school klingt, Deine Website sein!

Ja klar, man kommt notfalls auch ohne aus, indem man nur mit Social Media arbeitet. Und zum Verbreiten von News funktioniert auch eine Facebookseite ganz hervorragend.

Aber was ist, wenn Facebook in 10 Jahren einfach nicht mehr da ist oder kein Mensch es mehr so nutzt wie heute? Oder plötzlich Geld für den Betrieb von Seiten sehen will? Oder es werden einfach aus irgendwelchen Gründen wichtige Möglichkeiten auf einmal beschnitten, wie das Einfügen von Bildern oder das Anlegen von Veranstaltungen. Oder vielleicht fällt auch dem deutschen Gesetzgeber ein, dass Facebook nur noch für Privatleute in Ordnung ist, Firmen oder Vereine sich aber strafbar machen, wenn sie es für sich nutzen? Ich will jetzt gar nicht darüber diskutieren, wie wahrscheinlich solche Szenarien sind aber in der digitalen Welt kommen solche Umbrüche immer wieder vor. Die Existenz, die Funktion und die Optik solcher Profile hängt also von Faktoren ab, die Du nicht beeinflussen kannst.

Auf Deiner Website bist Du dagegen der Herr im Haus. Du bestimmst komplett über den Inhalt, Aussehen und Funktionalität und in gewissem Umfang auch darüber, wie gut die Leute Dich in den Suchmaschinen finden. Deshalb: So gut Du auch in den Social Media unterwegs bist, eine eigene Website solltest Du Dir nicht sparen.

Tipp: Ebenfalls nicht sparen solltest Du Dir stetige Aktualisierungen. Optimal ist es, wenn Du über die Website alles an Informationen veröffentlichst und es von dort dann weiter über diverse soziale Medien verteilst.

Newsletter

E-Mail? Dieses Ding, was man entweder bei der Arbeit nutzt oder mehr oder weniger ignoriert, weil sowieso nur noch alle WhatsAppen?

Ja, es gibt reichlich Vorbehalte gegen Newsletter und einige von ihnen haben ihre Berechtigung. Viele andere aber auch nicht. Im Affenblog gibt es einen schönen Artikel, der erklärt, warum E-Mail-Marketing alles andere als out ist und auch in der Vereinsarbeit hat es sich durchaus bewährt.

Das Thema ist umfangreich und wird auch in diesem Blog noch ausführlich behandelt. Bis dahin wirst Du bei Recherchen insbesondere im genannten Affenblog vieles finden, was Dich bei der Erstellung eines guten und professionellen Newsletters weiterbringt.

Presseportale

Solche Seiten sind Dir bestimmt schon mal begegnet. Im Grunde genommen sind es einfach nur Seiten, auf denen jeder irgendwelche Pressemitteilungen veröffentlichen kann. Diese Seiten sind aber teilweise sogar in Google News abrufbar, tauchen also auf, wenn Leute dort nach bestimmten News suchen. Und sowieso vergrößern sie die Reichweite Deiner Mitteilungen.

Viele diese Portale kosten nichts. Wenn man Geld ausgeben will, kann man Dienstleister beauftragen, die eigene Pressemitteilung gleich in Dutzenden solcher Portale zu veröffentlichen aber für unsere Zwecke wird es auch reichen, einfach zwei oder drei in Deiner Region relevanter Dienste auszusuchen und das selbst zu erledigen. Eine Liste kostenloser Portale findest Du zum Beispiel hier.

Mein Tipp: Kann man machen, ist aber absolut kein Muss. Ich würde so etwas nicht für jede kleine Meldung nutzen. Es lohnt sich aber sicherlich bei größeren Aktionen, vielleicht auch diese Kanäle einmal mit zu nutzen.

Smartphone-Apps

Okay, ist das nicht etwas übertrieben für einfache ehrenamtliche Vereinsarbeit? Jein 🙂 Es kommt auch hier ein wenig auf die Zielgruppe an. Und darauf, welchen Mehrwert so eine App dem Nutzer wirklich bietet. Ich habe schon Vereine mit Smartphone-Apps ausgestattet und die Erfahrungen damit sind durchaus positiv. Ein muss sind Apps aber definitiv nicht 😉

Das sind die für mich wichtigsten Kanäle für ehrenamtliche Öffentlichkeitsarbeit. Es sind aber garantiert nicht alle, die man nennen könnte. Welche Kanäle sind Dir wichtig? Kennst und nutzt Du noch weitere? Dann freue ich mich über Deinen Kommentar.

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