Merkmale einer guten Website

Es gibt eine Million Möglichkeiten, eine Website aufzubauen und darunter sind mehr, als ich in einem einzigen Artikel sinnvollerweise erklären wollen würde. Die folgende Liste will also gar nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erheben, sondern versucht lediglich, die wichtigsten Punkte zu berücksichtigen. Alles Weitere hängt dann ohnehin von der konkreten Mission Deiner Website ab – und die kann eben sehr unterschiedlich sein.

Ein paar Grundregeln

Ganz wichtig ist, die eigene Website durch die Besucherbrille zu betrachten, sich also in den, der auf die Seite gelangt, hineinzuversetzen. Der Besucher kommt wahrscheinlich auf eine der folgenden Arten auf Deiner Seite an:

  • er hat die Adresse irgendwo gesehen und kommt direkt über deren Eingabe auf die Startseite (der seltenste Fall)
  • über eine Suchmaschine
  • über einen Link anderswo

Daraus folgt, dass jede Deiner Seiten so gebaut sein muss, dass man sich zurechtfindet. Das stellt gewisse Ansprüche vor allem an das Navigationsmenü. Das muss dann natürlich klar und einfach aufgebaut sein. Und es muss auch auf kleinen Bildschirmen (Smartphone!) zu sehen, zu verstehen und vor allem nutzbar sein.

Achte also bei Deinem Menü darauf, in der ersten Ebene (das, was der Benutzer sieht, ohne klicken oder die Maus an besondere Stellen halten zu müssen) möglichst wenige, aber selbsterklärende Punkte zu haben und alles andere als Unterpunkte im Menü unterzubringen.

Die beste Möglichkeit, die Website fit für Smartphone-Bildschirme zu machen, sind responsive Designs. Die passen sich automatisch an die Bildschirmgröße an, stellen zum Beispiel die rechte Seitenleiste hinter den eigentlichen Inhalt und klappen das Navigationsmenü ein. Sie stellen also im Wesentlichen den eigentlichen Inhalt in den Mittelpunkt und bereiten den Rest der Seite so auf, dass er ebenfalls sicht- und benutzbar bleibt.

Eine Alternative dazu ist der Bau eine besonderen „mobilen“ Variante der Seite, zu der dann mobile Browser automatisch weitergeleitet werden. Das ist eine Alternative – aber eine, die einen gewissen Mehraufwand erfordert und (meiner Meinung nach) im Ergebnis auch nicht besonders schön ist. Mein Tipp: Wenn Du ohnehin eine neue Seite entwickelst, solltest Du lieber auf responsives Design setzen. Wenn nicht, solltest Du ebenfalls versuchen, das zu tun 😉

Und immer wieder die Besucherbrille aufsetzen und auch auf den jeweiligen Unterseiten die Frage stellen: Weiß hier jeder ganz schnell, wo er was findet?

Pflichtprogramm: Was Deine Seite zwar nicht unbedingt „besser“ macht, Dir aber Ärger juristischer Art spart

Der deutsche Gesetzgeber ist berühmt-berüchtigt für seine Pedanterie und Regelungswut und auch beim Betreiben von Websites hat er so seine Vorstellungen – die natürlich noch ein wenig strenger sind, als in der gesamten übrigen Welt. Das kann man, wie ich, etwas nervig finden – aber wenn man sich nicht an gewisse Regeln hält, riskiert man eben mindestens Abmahnungen gelangweilter oder von der Konkurrenz beauftragter Anwälte und das kann dann teuer werden.

Und ob sinnvoll oder nicht, die Dinge, die man beachten muss, sind auch nicht unmöglich zu erfüllen, sondern eben bloß etwas lästig. Wichtiger Hinweis: Regeln können sich ändern und es empfiehlt sich, vor der Umsetzung einmal zu schauen, ob die folgenden Punkte immer noch ausreichen. Es handelt sich hierbei natürlich auch nicht um eine Rechtsberatung, sondern es sind wirklich nur Hinweise 😉

Impressum

Musst Du haben, muss auch auf jeder Seite gut sichtbar zu finden sein. Inhaltlich muss dort stehen, wer konkret inhaltlich verantwortlich für die Seiten ist und wie oder wo man ihn erreicht. Es muss also in der Regel mindestens eine Postadresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und natürlich ein Name dort zu finden sein. Was darüber hinaus noch rein muss, hängt davon ab, ob es sich beim Träger der Seite um eine Privatperson, einen Verein oder eine Firma handelt, also letztendlich von der Rechtsform. Es ist also möglicherweise ratsam, im Zweifel noch einmal den Anwalt Deines Vertrauens nach seiner Meinung zu fragen. Für einen Entwurf des Impressums kannst Du diesen Generator nutzen.

Datenschutzhinweise

Datenschutz, Datenschutzerklärung, Datenschutzhinweise – irgendwie in der Art sollte diese Unterseite heißen und auch sie sollte auf jeder Seite sichtbar und gut auffindbar sein. Dort muss alles aufgeführt sein, was über Deine Seite so an Nutzerdaten gesammelt wird.

Du sammelst gar keine Daten? Das denkst auch nur Du 😉

Denn das dürfte die absolute Ausnahme sein. Denn 1. sammelt so gut wie jeder Hoster bereits mindestens ganz normale Zugriffsstatistiken über Deine Besucher und 2. gibt es kaum Website-Systeme, die nicht ein paar Cookies setzen oder anderweitig datenschutzrelevante Dinge tun. 3. willst Du bestimmte Dinge nunmal auch einfach wissen, glaub mir 😉

Daran ist auch weiter nichts verwerflich, nur muss man es eben ordentlich für den Besucher dokumentieren, damit er weiß, woran er ist. Logischerweise gibt es eine weite Spannbreite von Angaben, die hier rein müssen, weil jeder etwas Andere Dinge einbaut. Werbebanner von Amazon oder Google sammeln zum Beispiel Nutzerdaten, der berühmte Facebook-Like-Button ebenfalls. Wenn Du ein Kontaktformular einsetzt, dann musst Du in der Datenschutzerklärung notieren, das Du das tust und darüber Daten erhebst usw. usf.

Hier findest Du einen guten Generator für Datenschutzerklärungen. Nimm Dir Zeit, die Erklärung zu erstellen und lies sie Dir aufmerksam durch, denke nach, was dort eventuell noch hinein müsste. Hier ist definitiv nicht weniger mehr, sondern schreibe im Zweifel lieber zuviel als zu wenig auf!

Cookie-Hinweis

In Deutschland zwar noch nicht direkt vorgeschrieben, aber auf EU-Ebene bereits beschlossen und daher nur eine Frage der Zeit ist der Cookie-Hinweis. Den hast Du garantiert schon öfter gesehen. Es ist ein insbesondere auf Smartphone-Bildschirmen äußerst nerviges, kleines Popup, dass überflüssigerweise darauf hinweist, dass diese Seite Cookies benutzt und dass man bitte die Seite verlässt, wenn einem das nicht gefällt oder auf „akzeptieren“ klickt, wenn man die Seite anschauen will. Warum überflüssig? Weil eben so gut wie jede halbwegs moderne Website mit irgendwelchen Cookies daherkommt, man das als Nutzer wissen und über verschiedene Browser-Einstellungen und Plugins Maßnahmen ergreifen könnte, wenn einen das irgendwie stört. Das war den Hohen Damen und Herren, die sich die sogenannte „Cookie-Richtlinie“ ausgedacht haben, aber anscheinend zu einfach – und so wird über kurz oder lang jede europäische Website durch einen solchen Cookie-Hinweis verschandelt werden müssen.

Und darum empfiehlt es sich, das vielleicht jetzt schon in Angriff zu nehmen, denn Du wirst es eben so oder so tun müssen.

Was gehört auf die Startseite?

Doch genug des etwas nervigen rechtlichen Rahmens und hin zum Wesentlichen: Dem inhaltlichen Aufbau. Und da beginnen wir mit der Startseite. Wozu ist die eigentlich gut, wenn ich doch bereits in den Grundregeln festgestellt habe, dass es eher die Ausnahme ist, dass Besucher ausgerechnet auf der Startseite landen?

Ganz einfach: Weil sie vielleicht sonstwo landen, aber später trotzdem einmal dorthin klicken, wenn sie interessiert, was Du sonst noch so an Inhalten hast. Und dann sollte ihnen die Startseite geben, was sie erwarten.

Das kann sich allerdings unterscheiden und da gibt es durchaus unterschiedliche Philosophien. Nicht zuletzt hängt das auch von der konkreten Mission Deiner Seite ab.

Du hast im Wesentlichen zwei Möglichkeiten: Deine Startseite ist eine statische Seite, es steht also ein einleitender Text dort. Oder Du nutzt die Startseite zur Auflistung aktueller News, so dass man dort zuverlässig immer das Neueste ganz oben findet.

Wie gesagt: Das ist ein bisschen Geschmackssache und es hängt von der jeweiligen Zielsetzung der Seite ab. Normalerweise tendiere ich stark dazu, die Startseite als den Platz für aktuelle News zu nutzen – aber das geht natürlich nur, wenn die Seite überhaupt mit regelmäßigen News arbeitet, was beileibe nicht immer der Fall ist. Wenn dort über Monate nichts Neues zu lesen ist, wäre es eigentlich schade um den prominenten Ort, das Gleiche gilt, wenn Du zwar solche News hast, die aber eher Beiwerk als wesentlicher Teil der Seite sind.

Eines solltest Du aber nach Möglichkeit vermeiden: Als Starseite eine „Willkommen auf unserer Internetseite!“-Seite zu haben. So etwas hat man in den 90ern und auch danach gerne gemacht. Damals war es noch etwas Besonderes, als Verein eine eigene Internetseite zu haben. Das ist heute erkennbar nicht mehr der Fall, sondern es ist eher etwas Besonderes, keine zu haben. Dementsprechend wirkt es etwas lächerlich, die ganze Startseite damit zu verschwenden, den Besucher willkommen zu heißen und ihm zu erklären, dass er sich auf einer Internetseite befindet.

Wenn Du die Leute begrüßen möchtest, dann mach das – aber dann schreibe auf den Rest der Seite wenigstens noch ein paar nützliche Informationen. Du kannst zum Beispiel dort erklären, wo der Besucher was findet. Oder Du erklärst, was die Mission Deiner Seite ist (vermutlich möchtest Du ihn über Deinen Verein informieren;).

Weitere bewährte Bestandteile und Features

Es gibt Dinge, die gehören auf (fast) jede Website. Du solltest sie nur aus guten Gründen weglassen. Frage also nicht, ob Du irgendwas davon wirklich brauchst, sondern frage, ob Du wirklich drauf verzichten solltest 😉

Kontaktseite mit Kontaktformular

Sinn einer Seite ist es, zu informieren und Kontakt mit Leuten zu bekommen, die sich für das interessieren, was Du tust. Also solltest Du auch die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme anbieten.

Ja ich weiß, im Impressum steht eigentlich schon alles drin, was man dazu braucht. Aber wird jeder unbedarfte Besucher mit Kontaktwunsch darauf kommen, dass das da steht? Besucherbrille aufsetzen, bitte 😉

Du brauchst also eine Seite, die auch wirklich „Kontakt“ (oder so) heisst! Und da schreibst Du vielleicht auch etwas mehr hin, als die Angaben im Impressum. Zum Beispiel auf Dein Facebookprofil, damit Leute Dich auch darüber erreichen können. Dafür muss hier vielleicht nicht unbedingt die Postadresse stehen, denn wer in der Lage ist, Deine Internetseite aufzurufen, der wird vermutlich nicht unbedingt Wert darauf legen, Dir ernsthaft einen Brief zu schreiben…

Unbedingt empfehlenswert ist aber auch der Klassiker der Online-Kontaktaufnahme: Das Kontaktformular!

Vorteil hier: Du machst es dem Besucher denkbar einfach, Dir zu schreiben. Er muss nicht erst Deine E-Mail-Adresse kopieren und sein E-Mail-Programm öffnen, muss also gar nicht erst runter von Deiner Seite.

Gestalte Dein Formular möglichst benutzerfreundlich. Die einzige wirkliche Pflichtangabe sollte die E-Mail-Adresse sein, damit Du antworten kannst. Dinge wie Namen sind nett und die meisten werden den auch freiwillig angeben aber der Kontakt würde auch zustande kommen, wenn dieses Feld leer bleibt, also lasse das ruhig zu. Gleiches gilt für eine „Betreff“-Zeile: Nett, aber nicht notwendig.

Mehr braucht es eigentlich nicht und Angaben darüber hinaus solltest Du nur in Sonderfällen abfragen. Auch Captcha-Abfragen würde ich erstmal weglassen, denn die nerven fürchterlich. Wenn Du später mit Spam zu kämpfen hast, der Dich über das Formular erreicht, kannst Du immer noch nachrüsten.

Die Suchfunktion

…ersetzt ausdrücklich nicht eine durchdachte und verständliche Navigation 😉 Aber bevor jemand lange in der Navigation rumsucht und nicht findet, was er sucht, möchtest Du ihm ja vielleicht trotzdem ein einfaches Suchformular anbieten, dass ihm das Ganze abkürzt.

Newsletter

Den lässt Du bitte weg, wenn Du nicht regelmäßig aktuelle Informationen hast, die Du darüber verteilst. Empfehlenswert ist auch, Dir für einen Newsletter ein richtiges Konzept auszudenken. Das muss nicht riesengroß werden, vielleicht versendest Du auch einfach nur automatisiert jeden neuen Artikel oder eine monatliche Terminliste oder so. Vielleicht testest Du auch nur erst einmal, ob sich überhaupt jemand dafür interessiert und sammelst schon mal Adressen. Nur völlig außer Acht lassen darfst Du diese eigentlich sehr tolle Methode, Neuigkeiten zu verbreiten, nicht.

Das Thema Newsletter werden wir in künftigen Artikeln noch ausgiebig behandeln. Es gibt dort Einiges zu beachten, übrigens auch rechtlich. Das solltest Du auf jeden Fall recherchieren, bevor Du einen Newsletter anbietest.

Newsfeed

Ich bin ja doch sowas wie ein kleiner Netz-Nerd, deswegen kenne und liebe ich Dinge wie den Newsfeed. Für mich ist auch schwer verständlich, warum sich die Nutzung solcher Feeds immer noch nicht so richtig durchgesetzt hat, mittlerweile wurde das Ganze aber vermutlich von Facebook & Co einigermaßen abgelöst.

Dennoch ist ein Newsfeed etwas, das auch heute noch auf jede Seite gehört. Denn Leute wie ich (und so wenige gibt es davon nicht) nutzen diese Feeds, um sie über sogenannte Feedreader abzurufen. Das Konzept ist einfach: Der Feed liefert einfach jeden neuen Artikel automatisch über eine besondere Adresse aus. Man muss also nur in seinen Feedreader schauen und findet von allen Seiten, die man „abonniert“ hat, die jeweils neuen Artikel. Wenn man viele Blogs liest, sind Feeds praktisch ein unersetzliches Werkzeug, denn niemand möchte jeden Tag zwanzig Seiten aufrufen und schauen, ob dort etwas steht, dass er noch nicht kennt.

Der Feed lässt sich aber nicht nur von Feedreadern empfangen, sondern man kann damit auch andere Dinge veranstalten. Zum Beispiel automatisiert auf neue Artikel auf Plattformen wie Twitter oder Facebook hinweisen oder auch einen automatischen Newsletter erstellen.

So einen Feed anzubieten ist auch nicht weiter kompliziert, wenn man ein ordentliches Content-Management-System benutzt. WordPress & Co erstellen nämlich vollautomatisch so einen Feed, so dass man eigentlich nur wissen muss, welche Adresse der denn hat und schon kann man ihn auch offensiv zum Abonnieren anbieten oder eben anderweitig nutzen. Wenn Du WordPress oder etwas Vergleichbares nutzt, solltest Du auf Deinen Newsfeed hinweisen.

…und vieles mehr

Wenn Du diese Tipps alle beherzigst, bekommst Du ein solides Grundgerüst. Nicht mehr und nicht weniger.

Dieses Grundgerüst lässt sich so auf so gut wie jede Website anwenden, also nicht Vereins-Seiten im Besonderen. Für die habe ich noch einige Empfehlungen, die wir in späteren Artikeln einmal aufgreifen werden.

Unabhängig davon gilt aber: In der Regel werden Deine Bedürfnisse noch deutlich darüber hinaus gehen und das ist auch gut und richtig so. Behalte immer die Mission, also den wesentlichen Zweck Deiner Website im Auge: Wen willst Du erreichen? Was willst Du mitteilen? Wonach suchen Leute, die Deine Seite finden sollen?

Und da ist sie wieder: Die gute alte Besucherbrille 😉

Was sind Deine Erfahrungen? Was würdest Du als unbedingt nötig einstufen, dass ich vielleicht nicht genannt habe? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar 😉