7 Facebook-Bestandteile, die Deine Öffentlichkeitsarbeit in Verein und Ehrenamt besser machen

Kaum ein Onlinedienst ist heute so allgegenwärtig wie Facebook. Über 300 Milliarden Dollar ist das Unternehmen wert und es erwirtschaftet knapp 3 Milliarden Dollar jedes Jahr. Recht ordentlich für eine Firma, die es vor 10 Jahren so noch gar nicht gab, oder?

Möglich ist das, weil fast jeder in irgendeiner Weise Facebook nutzt und vermutlich absolut jeder eine grobe Ahnung hat, worum es sich dabei handelt – und zwar weltweit. Facebook nutzen täglich über eine Milliarde Menschen, 1,5 Milliarden aktive Nutzer sind es insgesamt und allein in Deutschland nutzen knapp 30 Millionen Menschen regelmäßig Facebook. Dass ist der Stand im Frühjahr 2016, den aktuellen Stand und weitere Statistiken findest Du hier.

Und die wenigen, die nicht Facebook selbst nutzen, nutzen mit hoher Wahrscheinlichkeit immerhin einen anderen Dienst, der zu Facebook gehört, wie zum Beispiel Deutschlands beliebtesten Instant Messenger WhatsApp oder das immer beliebter werdende Bilder-Netzwerk Instagram.

Facebook wird geliebt und gehasst, oft gleichzeitig und fast immer zurecht. Aber ganz egal, was man von Facebook hält: Man kommt heute kaum drumherum – und wenn, dann verbaut man sich Einiges an Möglichkeiten.

In diesem Artikel wollen wir uns weder um zugekaufte Dienste wie Instagram oder Oculus, noch um die vielen völlig berechtigten Bedenken bezüglich Datenschutz kümmern, sondern uns ganz auf Facebook selbst und seine Möglichkeiten in Sachen Öffentlichkeitsarbeit konzentrieren.

Ich möchte Dir im Folgenden einmal die einzelnen Elemente und Konzepte von Facebook vorstellen und Dir so einen Überblick geben wie vielseitig Du Facebook für Deine Vereinsarbeit einsetzen kannst. Los gehts 🙂

1. Dein Profil

Wenn Du Dir einen Facebook-Account anlegst, wird automatisch ein Profil erstellt. Du kannst es dann noch mit einem Profilbild, Seitenbanner und fast unbegrenzt vielen mehr oder weniger sinnvolle Informationen bis hin zu Deiner gesamten Lebensgeschichte dort festhalten. Die Betonung liegt hier klar auf „kannst“. Ich selbst bin nicht nur aber besonders auf Facebook relativ offenherzig mit persönlichen Dingen, die ich dort aller Welt präsentiere aber selbst ich spare mit den sogenannten „Lebensereignissen“ und konzentriere mich mehr auf tagesaktuelle Dinge und Kommentare und Meingungsäußerungen zu Diesem und jenem.

Ein klares Muss sind für mich Profilbilder und -Banner, alle anderen Angaben kannst Du Dir schenken, solltest aber zumindest drüber nachdenken, ob es nicht vielleicht doch praktisch sein kann, zumindest Deinen Freunden dort zum Beispiel Deine jeweils aktuelle Telefonnummer anzuzeigen oder Deinen Geburtstag.

Wichtiger sind aber die Inhalte, die Du über Dein Profil in die Welt hinaus schickst. Du kannst hier sehr einfach Inhalte Deiner Vereins-Website teilen, auf Termine hinweisen oder eigene Fotos und Videos kostenlos und ohne großen Aufwand veröffentlichen. Du kannst auch die Postings Anderer kommentieren oder auf sie reagieren, zu Veranstaltungen zusagen, Seiten liken und tausend andere Dinge tun, die, je nach Privatsphäre-Einstellungen, die ganze Welt oder auch nur handverlesene Freunde sehen können. Das Profil ist also wahlweise das Paradies für Selbstdarsteller oder einfach nur das kleine Fenster, durch dass Du einen kleinen auserwählten Freundeskreis Einblicke in Dein Leben gewährst.

Mein Tipp: Insbesondere für Deine Vereinsarbeit ist es interessant zu wissen, dass Postings, die Du direkt über Dein privates Profil abgibst, eine vergleichsweise gute Reichweite haben und vielen Freunden angezeigt werden. Das kannst Du noch verbessern, in dem Du ein möglichst gutes Posting abgibst (Bild/er statt nur Text oder Link, besser noch ein Video, ein kurzer persönlicher Kommentar dazu, das Ganze dann noch optimalerweise auf „öffentlich“ eingestellt). Es ist trotzdem nicht so, dass alle Deine Freunde alle Deine Postings irgendwann mal angezeigt bekommen, sondern das wählt der Facebook-Algorithmus aus. Und dem kommt es dabei eben zum Einen darauf an, für wie gut er Dein Posting hält, aber auch darauf, wie viel Du postest, wieviele Leute darauf reagieren oder es kommentieren und wie oft Deine Freude sich auf Facebook aufhalten oder in ihre App schauen und wieviel wiederum deren Freunde so posten… kurz gesagt: Auf Vieles hast Du einfach keinen Einfluss und die einzige wirklich brauchbare Stellschraube ist, einfach saugute Postings zu machen, die den Leuten gefallen oder sie in irgendeiner Weise berühren.

2. Die Facebookseite („Fanseite“)

Es ist sozusagen die nicht an konkrete Personen gebundene Version des privaten Profils. Die Facebookseite bietet alle Funktionen, die Dein privates Profil bietet – und noch einige mehr! Zum Beispiel kannst Du Postings vorplanen und dann automatisch zu einem beliebigen Zeitpunkt in der Zukunft veröffentlichen oder zurückdatieren. Du kannst außerdem Statistiken darüber einsehen, wer Deine „Fans“ sind, wo sie herkommen, wie alt sie sind und vieles mehr. Du kannst dort auch Bürozeiten angeben und viele andere spezielle Angaben machen, für die es auf dem Privatprofil keinen Raum gibt.

Nachteil einer Facebookseite ist dafür, dass die Reichweite stärker vom Inhalt abhängt, als bei einem Profil. Facebook möchte natürlich eigentlich, dass Du gegen Geld Inhalte Deiner Seite sponsorst, damit mehr Leute diese Inhalte sehen. Automatisch zeigt Facebook nämlich nicht jedes Posting einer Seite jedem „Fan“ dieser Seite. Mit guten Inhalten kannst Du diesen Effekt zwar einigermaßen ausgleichen, denn coole Inhalte will Facebook natürlich trotzdem gerne allen zeigen. Dir sollte aber bewusst sein, dass es diesen Effekt gibt.

Übrigens: Ein Profil für einen Verein oder eine Einrichtung anzulegen, wäre trotzdem keine Alternative. Das wäre ein Verstoß gegen Facebooks Richtlinien und wenn Dir dann von heute auf morgen Dein mit Herzblut erzeugtes und gepflegtes Profil gelöscht wird, hast Du gar nichts mehr und jede Menge Arbeit für die Mülltonne geleistet. Außerdem ist ein Profil auf maximal 5000 Freunde begrenzt. Tu Dir das nicht an, mach es gleich richtig;)

Tipp: Für Facebookseiten gibt es sogar eine eigene Smartphone-App, den „Seitenmanager“, die wichtigsten Funktionen bekommst Du aber auch über die normale Facebook-App. Und über den Businessmanager kannst Du eine oder mehrere Facebookseiten sogar ganz ohne Facebookaccount pflegen!

3. Gruppen

Sofern denn alle Beteiligten über einen Account bei Facebook verfügen, sind Gruppen eine tolle Möglichkeit, die interne Organisation zu unterstützen. Über Gruppen lassen sich Gruppeninterne Veranstaltungen einrichten, Du kannst über den Facebookmessenger ganz leicht Nachrichten an alle Gruppenmitglieder gleichzeitig schreiben, Umfragen starten, Dokumente hinterlegen, interne Fotoalben führen und vieles Mehr. Gruppenbeiträge tauchen in den Timelines der Mitglieder zudem mit höherer Priorität (im Grunde wird sogar alles angezeigt) auf, als Inhalte von Profilen oder Seiten.

Tipp: Mit „Groups“ gibt es für Android und iOS eine herovrragende eigene App für die Arbeit mit Gruppen. Aber auch hier kannst Du alternativ auch alles über die reguläre Facebook-App erledigen.

4. Veranstaltungen

Seiten, Gruppen und auch private Profile können Veranstaltungen anlegen. Das sind im Grunde Miniseiten, die auf einen konkreten Termin hinweisen sollen und ihrerseits eigene Bilder und Postings verbreiten können. Außerdem kannst Du manuell Leute aus Deiner Freundesliste auswählen und einladen, die komplette Seite auf Profilen, Seiten oder in Gruppen teilen oder sogar extern auf Deiner Website verlinken. Eingeladene oder sogar zugesagte Gäste bekommen die Termine auf Facebook angezeigt und teilweise gibt es dafür sogar Integrationen in andere Kalender-Anwendungen wie den auf dem Smartphone oder neuerdings auch Outlook. Natürlich werden Veranstaltungen auch über die Facebook-Suche auffindbar, was ebenfalls ein Vorteil sein kann, denn Leute suchen da vielleicht auch gerade nach Deinem nächsten Flohmarkt oder Tag der Offenen Tür 😉

Mein Tipp: Nutze Veranstaltungen auf jeden Fall. Angelegt sind die in wenigen Minuten, es kostet nichts und selbst wenn sich darüber nur wenige informieren oder zusagen, war es die Sache eigentlich wert.
Zusatztipp: Verlasse Dich nie darauf, dass ein Klick auf „Zusage“ auch wirklich bedeutet, dass die Leute alle erscheinen.

5. Messenger

Er wird in Deutschland zwar nicht ganz so intensiv genutzt, wie WhatsApp, dafür kannst Du über den Facebookmessenger aber theoretisch jeden erreichen, solange er nur einen Account bei Facebook hat – also fast jeden. Über den Messenger kannst Du auch Nachrichten empfangen, die Leute an Deine Fanseite senden und die Du bitte immer schnellstmöglich auch beantwortest – und wenn es nur mit einem „Danke für Deine Nachricht, wir werden Dein Anliegen schnellstmöglich bearbeiten und Dir antworten,“ ist. Mindestens, wenn Du eine Facebookseite als Administrator betreibst, solltest Du Dir die Nutzung des Messengers unbedingt angewöhnen.

Tipps: Den Messenger musst Du auf dem Smartphone über eine separate App nutzen. Ansonsten funktioniert er natürlich auch direkt über Facebook.com. Alternativ kannst Du den Messenger auch über die Seite Messenger.com nutzen.

6. Live Video

Relativ neu sind die Live Videos. Damit kannst Du auf einfache Art mit dem Smartphone per Video irgend etwas live übertragen. Das Ganze wird dann über ein Posting Fans und Freunden bekannt gemacht. Darüber könntest Du zum Beispiel Videokommentare oder Ankündigen machen oder ganze Veranstaltungen live übertragen.

7. Anzeigen

Alles, was wir bisher so aufgezählt haben, kostet Dich oder Deinen Verein erstmal keinen Cent. Cool, oder? Aber Facebook will natürlich trotzdem Geld verdienen – und ist deswegen mittlerweile eine der größten Anzeigenplattformen der Welt geworden. Wenn Du Facebook bereits nutzt, ist Dir das zweifellos bereits aufgefallen 😉

Ja, manchmal nerven die Anzeigen tatsächlich. Das kommt aber auch immer sehr darauf an, wie deren Inhalt aussieht und wie zielgenau die Werbenden die Anzeige geschaltet haben. Sehe ich Werbung, die mich interessiert und die vielleicht sogar interessant oder unterhaltsam gemacht ist, fühle ich mich nicht genervt, sondern bin vielleicht sogar dankbar für die Information.

Du kannst natürlich Anzeigen auch im ehrenamtlichen Bereich nutzen. Du kannst zum Beispiel Werbung für Veranstaltungen machen, die dem Verein am Ende Geld einbringen sollen und schon sind dann vielleicht auch 20 Euro für eine kleine Anzeige kein rausgeschmissenes Geld – zumal Du darüber auch langfristig die Reichweite Deiner Seite verbessern kannst!

Tipp: Anzeigen sind ein Thema für sich, das wir an dieser Stelle nur leicht ankratzen. Bevor Du wirklich Geld ausgibst, solltest Du Dich informieren, wie man effizient Anzeigen auf Facebook schaltet und was es dabei zu beachten gibt. Dir sollte außerdem vorher klar sein, welche konkreten Zielgruppen Du erreichen willst.

Wie nutzt Du Facebook?

Du siehst, Facebook bietet Dir viele verschiedene Möglichkeiten über Dein privates Profil hinaus und ich könnte diese Liste sogar noch um einige speziellere Dinge wie Apps oder den Facebook-Login verlängern. Und Facebook entwickelt sich und seine Produkte natürlich auch immer weiter, ständig ändert oder erweitert sich etwas, immer mal wieder kauft Facebook auch kleine, innovative Firmen hinzu und baut sie in die eigenen Produkte ein (zuletzt die sehr alberne, aber auch sehr lustige App MSQRD).

Die für Deine Arbeit in Verein und Ehrenamt wichtigen Teile des Supernetzwerks habe ich aber, denke ich, besprochen. Falls ich etwas vergessen habe, freue ich mich über Kommentare. Und ganz allgemein interessiert mich natürlich brennend, wie Du bisher Facebook für Deinen Verein oder Dein Ehrenamt genutzt hast oder ob ich Dich neugierig machen konnte und Du vielleicht Neues ausprobieren möchtest.