Wie Du Twitter für Deine Öffentlichkeitsarbeit nutzen kannst

Gegründet wurde Twitter bereits 2006 und dieses vergleichsweise hohe Alter ist wohl auch der wesentliche Grund, warum es auch heute noch fast jeder kennt. Weltweit gibt es über 300 Millionen Twitter-Nutzer. Aber was genau ist Twitter eigentlich?

Was ist Twitter?

Die Grundidee ist schnell erklärt: Twitter-Nutzer können Mini-Blogartikel mit maximal 140 Zeichen verfassen, aber auch Bilder oder Videos teilen, Ortsangaben anfügen. Animierte GIF-Grafiken oder Umfragen lassen sich ebenfalls Tweeten. Andere Nutzer können unserem Account folgen und bekommen dann in Echtzeit die Tweets genannten Beiträge in Echtzeit in ihre Timeline. Auf diese Weise lässt Twitter sich zum Beispiel gut dazu nutzen, aktuelle Ereignisse zu verfolgen. Erleichtert wird dies zusätzlich durch sogenannte Hashtags, mit denen man einzelne Tweets Themen, Veranstaltungen oder beliebigen anderen Kategorien zuordnen kann.

Und was soll das mit den 140 Zeichen? Deren Herkunft ist die SMS, die bekanntlich auf 160 Zeichen limitiert ist. Zusammen mit dem Nutzernamen passt ein Tweet somit auch heute noch genau in eine SMS. Das mag wie ein Relikt auch Prä-Smartphonezeiten klingen, ist aber nichtsdestotrotz das Markenzeichen von Twitter geworden, das jeder kennt.

Twitter und deutsche Sprache – eine unglückliche Verbindung

Leider ist aber dieses 140-Zeichen-Limit gleichzeitig auch einer der wesentlichen Gründe, warum Twitter gerade im deutschen Sprachraum relativ wenig genutzt wird: Die Deutsche Sprache liebt superlange Wörter und man bekommt auf deutsch einfach weniger in 140 Zeichen ausgedrückt, als in anderen Sprachen. Die Folge: gerade einmal 1,3 Prozent des internationalen Twitter-Datenverkehrs stammt aus Deutschland. Twitter hatte hier nie auch nur ansatzweise die Akzeptanz in der breiten Bevölkerung, die beispielsweise Facebook heute hat.

Infografik: Aus diesen Ländern kommt der Twitter-Traffic | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Was Twitter trotzdem auch für deutsche Nutzer interessant macht

Man sollte also nicht erwarten, in Deutschland über Twitter massenhaft Leute erreichen zu können. Ganz ignorieren sollten wir den Dienst aber trotzdem nicht. Denn auch wenn ihn kaum jemand wirklich aktiv nutzt, kennt ihn zumindest praktisch jeder, vor allem aber nutzen bestimmte Personengruppen ihn eben auch in Deutschland sehr aktiv – und zu denen gehören unter anderem Journalisten, die Twitters Eigenschaft, als schnelle Nachrichtenquelle zu funktionieren, sehr schätzen. Und das macht Twitter für uns und unsere Pressearbeit durchaus interessant.

Ein weiterer Grund: Google durchsucht Tweets und nimmt sie in seinen Index auf. Wir vergrößern also unsere Reichweite, indem wir einen Twitter-Account betreiben und auch darüber über unseren Verein und unsere Arbeit berichten.

Wie Du Twitter für die Öffentlichkeitsarbeit in Deinem Verein oder Ehrenamt nutzt

Aber wie nutzt man diese eigentlich lächerlichen 140 Zeichen nun sinnvoll für die eigene Öffentlichkeitsarbeit? Da gibt es verschiedene Ansätze.

Zum Einen kann man einfach Links zu neuen Artikeln auf der eigenen Website twittern. Und weil jedes Zeichen wertvoll ist, empfiehlt sich hier grundsätzlich die Nutzung sogenannter Link-Kürzer wie Bit.ly oder ähnlichen Diensten. Damit erstellt man einen neuen Link, der einfach auf die echte Adresse weiterleitet. Das Ganze ist in Sekunden erledigt und nicht weiter kompliziert, spart aber eben einige Zeichen, die dem Nutzer eigentlich keinen Mehrwert bieten. Den gesparten Platz nutzen wir dafür dann lieber dazu, möglichst kurz und Prägnant neugierig auf den verlinkten Artikel zu machen. Das ist eine Kunst für sich, die etwas Übung erfordert – aber es funktioniert.

Ein anderer Anwendungsfall wäre live von bestimmten Veranstaltungen zu twittern, also in Echtzeit kurze Kommentare zu dem vor Ort Erlebtem zu posten. Ich habe das zum Beispiel oft dazu genutzt, Parteitage zu begleiten und hatte gleichzeitig hinterher eine schöne chronologisch geordnete Liste von Notizen, aus denen ich später einen Ausführlichen Artikel ableiten konnte. Dieses Prinzip ließe sich so ähnlich sicher auch auf Sportveranstaltungen, Versammlungen und viele andere Veranstaltungsarten anwenden.

Das Twittern von Fotos muss ich denke ich nicht weiter ausführen, das kann man wie schon erwähnt selbstverständlich auch jederzeit gut machen. Falls vorhanden bietet sich vielleicht auch eine Verknüpfung mit unseren Accounts bei Instagram oder Pinterest an. Auf gleiche Weise könnte man auch Grafiken oder Kacheln, wie man sie auf Facebook gepostet hat, auch hier noch einmal verteilen.

Wenn einem gerade gar nichts einfällt, aber es mal wieder Zeit für einen Tweet wird, tut es vielleicht auch einfach ein irgendwie für uns relevantes Zitat. Ich habe da erstaunlich gute Erfahrungen gemacht. Richtig gute Sprüche werden von anderen Nutzern oft sehr gern retweetet.

Die Kür: Twitter wirklich sozial nutzen und interagieren

Jetzt habe ich erklärt, wie man Zeug postet aber Twitter gilt ja durchaus nach wie vor als „soziales Netzwerk“ – und will damit schon etwas mehr als nur eine Halde für Links und Inhalte sein. Und in der Tat bietet Twitter hierfür auch einige Funktionen. Für wie nötig Du die soziale Interaktion hältst, solltest Du Dir aber ganz nüchtern überlegen. Twitter hat in Deutschland eben nicht die Verbreitung, die eine Nutzung als ernsthaftes soziales Netzwerk wirklich rechtfertigen würde. Trotzdem bietet Twitter hierzu einiges an Möglichkeiten an und die möchte ich kurz vorstellen.

Der bereits angesprochene Retweet ist zum Beispiel eine sehr einfache und auch gute Möglichkeit der Interaktion. Es geht hier einfach nur darum, Tweets anderer weiter zu verbreiten. Es wird auch deutlich, wer der Urheber ist, man „klaut“ also nicht, sondern verbreitet einfach nur weiter. Auf diese Weise kann man selbst coole Inhalte anderer auch auf dem eigenen Profil haben und verschafft außerdem dem Urheber noch etwas mehr Aufmerksamkeit. Von einem gut ausgesuchten Retweet profitieren also alle, natürlich sollte man es aber auch nicht übertreiben und alles, was einem gefällt retweeten, bis der eigene Feed nur noch aus Retweets besteht. Schließlich wollen wir ja unter dem Strich vor allem Öffentlichkeitsarbeit für unseren Verein machen und damit wären Retweets zwar als Beiwerk okay, sollten aber nicht vorherrschend in unserem Feed werden.

Auch öffentliches Diskutieren geht auf Twitter, wir können zum Beispiel auf kontroverse Tweets antworten. Auch hier gilt natürlich das 140-Zeichen-Limit, was in so mancher Diskussion durchaus Vorteile hat aber natürlich auch nervig sein kann.

Die wohl einfachste Art der Interaktion ist ähnlich wie auf Facebook der Klick auf ein „Like„, mit dem man zum Ausdruck bringt, dass einem der Tweet gefällt.

Die einzige Ausnahme von der 140-Zeichen-Regel bietet die Funktion der Direktnachrichten. Hierüber kann man anderen Nutzern Nachrichten anschreiben, die nicht öffentlich auftauchen, es handelt sich also um eine klassische Messengerfunktion. Für die Öffentlichkeitsarbeit folglich nur bedingt interessant aber vielleicht ja doch einmal ganz nützlich.

Fazit

Die Zeiten, in denen ich eine aktive Twitter-Nutzung als unbedingtes Muss erklären würde, sind sicherlich zumindest für Deutschland lange vorbei. Es geht problemlos ohne. Trotzdem bietet dieses etwas in die Jahre gekommene Netz durchaus immer noch interessante Möglichkeiten, so dass es sich lohnt, eine Nutzung wenigstens zu prüfen. Insbesondere die Indexierung durch Google und die Möglichkeit, mit Pressevertretern direkt in Kontakt zu treten, sind durchaus etwas, das uns andere Netzwerke so nicht bieten. Ob und wenn ja wie aktiv Du Twitter für Deinen Verein oder Dein Ehrenamt nutzt, solltest Du auch davon abhängig machen, was Du Dir davon konkret versprichst. Wenn Du tatsächlich Leute darüber erreichen kannst, die für Deine Arbeit interessant sind, lohnt es sich vielleicht, hier mehr zu machen. Wenn es Dir vor allem darum geht, einen Kanal zu haben und eben auch via Twitter von den Leuten abonnierbar zu sein und mit Deinen Tweets bei Google auffindbar zu sein, kannst Du das vielleicht sogar automatisieren.

Was ein Newsfeed ist und warum Du unbedingt einen anbieten solltest

Als ich so um das Jahr 2005 herum anfing, mit WordPress zu experimentieren und erste Blogs aufzusetzen, stieß ich relativ schnell auf das Konzept des Newsfeeds. Interessant war, dass ich trotz einer gewissen Internetaffinität bis dahin nie etwas davon gehört hatte, obwohl es sich nach einer verdammt tollen Sache anhörte. Denn ich entwickelte mich damals zu einem recht aktiven Blogger – und dazu gehört neben dem Schreiben vor allem auch das Lesen vieler anderer Blogs. Das ist ohne die Nutzung von Newsfeeds und einem Feedreader so gut wie unmöglich – denn dann müsste man jeden Tag manuell ein paar Dutzend Seiten besuchen und schauen, ob es etwas Neues gibt. Der Feedreader listet dagegen einfach alles Neue bequem auf und man kann dann entweder die Seite besuchen oder die Inhalte sogar direkt im Reader lesen.

Was ist ein Newsfeed – und warum nutzen ihn so wenige?

Kurz gesagt: Ein Newsfeed ist ein standardisiertes Format, mit dem besondere Anwendungen automatisch Internetseiten auf neue Inhalte prüfen können. Das mag aus heutiger Sicht, wo alles und jeder täglich auf Facebook unterwegs ist, zunächst nicht so wahnsinnig interessant klingen.

Und tatsächlich ist der Siegeszug der sozialen Netzwerke mit Sicherheit ein Grund, warum der klassische Newsfeed nach wie vor nur von technisch interessierten und/oder Medienmenschen wirklich genutzt wird.

Doch eigentlich ist es eine Technik, die jeder, der eine eigene Seite betreibt, wenigstens kennen sollte – wenn er System wie WordPress (oder ähnliche) dabei verwendet, gilt das erst Recht, denn praktisch jedes moderne Content-Management-System bietet einen oder sogar mehrere Feeds automatisch mit an. Wenn Du eine WordPress-Seite betreibst, dann nutzt Du also längst Newsfeeds, auch wenn Du möglicherweise nie davon gehört hast!

Die mangelnde Bekanntheit liegt daran, dass das Ganze technisch zwar nicht so wahnsinnig kompliziert ist, Normalnutzer aber vermutlich doch oft überfordert. Einfach, weil es mehr erfordert, als zwei, drei Buttons zu klicken. Unwesentlich mehr aber offenbar stellt das bereits eine große Hürde dar.

Ob und wie Du Newsfeeds nach Lektüre dieses Artikels für Dich nutzen wirst, weiß ich nicht. Ich möchte auch gar nicht so tun, als sei das ein Muss. Ein Muss ist in meinen Augen lediglich, diese Möglichkeit zumindest zu kennen. Und sei es nur, um eine künftige Nutzung zumindest in Erwägung ziehen zu können.

Grundsätzlicher Aufbau und Funktionsweise

Der Newsfeed ist eine Pull-gesteuerte Technik. Das bedeutet, dass Anwendungen aktiv nachfragen müssen, ob es etwas Neues gibt. Dies tun sie entweder in festen Intervallen (vielleicht täglich oder stündlich) oder auf Knopfdruck, bzw. Anwendungsstart. Um an diese Information zu kommen, rufen die Anwendungen (in der Regel sogenannte Feedreader) besondere Dateien auf, in denen das System der Website automatisch speichert, welche neuen Inhalte es gibt. Je nach Konfiguration können hier auch die kompletten Inhalte der Seite abgelegt werden, so dass sie komplett vom Feedreader wiedergegeben werden können. Es gibt unterschiedliche Formate für einen Feed. Der bekannteste dürfte RSS sein. Heutige Reader verstehen in der Regel mindestens RSS, RSS 2.0 und Atom – was für 99% aller Newsfeeds dieser Welt ausreicht.

Diese Feed-Datei, bzw. ihre Adresse ist das, was man braucht, um den Feed abonnieren, also die Neuigkeiten der Seite im eigenen Reader lesen zu können. Und eben das dürfte schon viele Benutzer überfordern, denn dazu muss man nicht nur wissen, dass es eine solche Adresse gibt, sondern sie auch finden, kopieren und einfügen können. Neueren Feedreadern genügt es inzwischen oft auch, wenn man einfach nur die Adresse der zu lesenden Seite angibt und manche Reader haben sogar eine Art eigenen Katalog mit vielen Inhalten, die sich dann wirklich auf Knopfdruck abonnieren lassen aber im Facebook-Zeitalter besteht für viele Leute gar nicht erst der Bedarf, sich überhaupt mit Newsfeeds und Readern zu beschäftigen.

Was man mit einem Feed so alles anstellen kann

Der Feed kann aber mehr als nur in einem Reader gelesen werden. Bei einem anderen Projekt setze ich beispielsweise Newsfeeds ein, um automatisiert Beiträge anderer Seiten abzurufen und in Artikelform ein weiteres Mal zu veröffentlichen. Das nennt an aggregieren. Letztendlich spart man damit dem Nutzer, sich selbst mit dem Konzept Newsfeed auseinanderzusetzen und baut ihm einen Reader – nur dass der eben nicht frei wählbar mit Inhalten gefüttert wird, sondern man ihm das gezielt und möglichst sinnvoll zusammengestellt aussucht. Es wäre auch denkbar, nicht pauschal alle Artikel zu veröffentlichen, sondern die Feeds zunächst vollständig abzurufen, jedoch nur ausgesuchte Artikel auf der eigenen Seite zu veröffentlichen.

Ganz wichtig bei diesem Anwendungsfall: Das muss mit den Betreibern der Seiten abgesprochen sein, denn natürlich greift auch für per Newsfeed abgerufene Inhalte irgendwo das Urheberrecht!

Ähnlich, aber nicht ganz so weitgehend wäre die Methode, lediglich Überschriften per Feed zu ziehen und als Liste auf einer Website darzustellen. Jede Überschrift wird zu einem Link zum originalen Artikel und schon hat man einen wunderbaren Mehrwert geschaffen – und eine Liste, die sich selbständig aktualisiert. So etwas macht zum Beispiel Sinn, wenn man es im Verein mit Untergliederungen zu tun hat und zum Beispiel als Ortsverband Inhalte von Landes- oder Bundesebene auflisten möchte, ohne die Inhalte gleich komplett in den eigenen Feed einspeisen zu müssen.

Man kann den eigenen Newsfeed auch dazu nutzen, Inhalte automatisiert über verschiedene Soziale Netzwerke zu teilen. Für WordPress-Nutzer empfiehlt sich dafür zum Beispiel das Plugin Jetpack, aber auch der Automatisierungsdienst ifttt oder Googles Feedburner kann so etwas. Mein persönlicher Tipp: Überlegt Euch gut, ob Ihr das wirklich machen wollt. Denn es heißt nicht umsonst „soziale“ Medien: Die leben eigentlich davon, dass man eben nicht alles möglichst automatisch stattfinden lässt, sondern sich um die Inhalte kümmert. Wer Wert auf Interaktion legt, sollte das also vielleicht doch lieber von Hand und mit ein wenig Liebe machen. Trotzdem kann es, je nach Artikelfrequenz und -art schon auch sinnvolle Anwendungsfälle geben. Und es kommt auch aufs Netzwerk an – denn etwas automatisiert auf Google+ auszugeben ist sicherlich sehr viel nachvollziehbarer und auch reichweitentechnisch weniger ein Problem, als auf Facebook, weil man auf Google+ realistischerweise eher keine Nutzerreaktionen erwartet, sondern dort vielleicht einfach nur der Vollständigkeit halber die eigenen Artikel posten möchte.

Feedburner kann übrigens Deinen Newsfeed auch per E-Mail abonnierbar machen. Das ist nicht so cool, wie einen echten Newsletter anzubieten aber dafür macht es genau gar keinen zusätzlichen Aufwand für Dich und trotzdem können die Leute sich automatisch über Deinen Verein auf dem Laufenden halten.

Nutzung von Feedreadern

Trotz der vielen Dinge, die man mit Newsfeeds so anstellen kann: die für mich Nützlichste ist und bleibt das Lesen in Feedreadern. Und falls auch Du vielen verschiedenen Blogs und anderen Seiten folgen willst, dürfte das auch für Dich definitiv eine Interessante sein, die Du unbedingt ausprobieren solltest, sofern Newsfeeds denn wirklich Neuland für Dich sind und Du sie nicht ohnehin schon irgendwie nutzt.

Reader gibt es verschiedene und hier kommt es ein bisschen darauf an, wie Du gern liest. Es gibt reine Desktop-Apps, die Du Dir fest auf dem Rechner installierst und dort dann die Feeds eingeben musst, die Du abonnieren möchtest. RSS Owl wäre ein Beispiel hierfür. Der Nachteil ist, dass Du dann wirklich nur auf dem Rechner lesen kannst.

Wenn Du auch unterwegs gerne schaust, was es so Neues gibt, solltest Du Dir Online-Reader anschauen. Auch hier gibt es verschiedene, ich nutze derzeit am liebsten Feedly als Website und Feedly für Android (gibt es aber natürlich auch für iOS und andere Systeme, es gibt auch diverse Apps anderer Entwickler, die zu Feedly kompatibel sind, mehr dazu hier). Alternativ kann ich auch noch The Old Reader und den AOL Reader als Webdienste empfehlen.

Für wen Newsfeeds wirklich interessant sind und warum Du auf jeden Fall einen anbieten solltest

…solltest Du eigentlich spätestens jetzt verstanden haben – aber ich fasse es noch einmal in aller Kürze zusammen:

  • Interessant sind sie für Leute, die konkrete Seiten abonnieren wollen und nicht darauf vertrauen, dass alles, was sie interessiert, über Facebook & Co in ihrer Aufmerksamkeitsblase landet.
  • Interessant sind sie außerdem, wenn es darum geht, Inhalte oder zumindest Überschriften automatisch aktualisiert auf anderen Websites darzustellen.
  • Anbieten solltest Du einen Newsfeed, damit Leute, die Newsfeeds lesen, auch Deine Seite abonnieren können. Und eigentlich auch, weil es heutzutage, ungeachtet der relativ geringen Verbreitung des Konzeptes Newsfeeds in den Köpfen der Nutzer, einfach dazugehört, so etwas anzubieten.

Hast Du weitere tolle Anwendungsmöglichkeiten auf Lager, die man mit Newsfeeds anstellen kann? Liest Du per Newsfeed oder genügt Dir Dein Facebook-Stream? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar 🙂

Warum die E-Mail nicht tot und Newsletter kein Spam sind

E-Mails? Sind das nicht die Dinger, die uns ständig Milliarden aus Nigeria oder günstige Potenzmittel andrehen wollen? Ja genau, das sind E-Mails 🙂

Zugegeben: Die E-Mail ist ein wenig in Verruf gekommen, seit die größten Nervensägen der Menschheit die Spam-Mail, die ungebetene Werbe-E-Mail erfunden haben. Und im Zeitalter von WhatsApp oder Facebook ist sie auch schon lange nicht mehr ohne leistungsstarke Alternativen in der persönlichen Kommunikation.

E-Mails als Werkzeug: Zukunftssicher und beliebter, als man glaubt

Tatsächlich hat sie unter Teenagern heute relativ wenig Bedeutung. Nichtsdestotrotz nutzen aber 80 Prozent der über 18-jährigen aktiv die E-Mail im Job, für private oder geschäftliche Angelegenheiten – und auch im Ehrenamt.

Für unsere Arbeit in Verein und Ehrenamt ist sie tatsächlich ein Segen. Ich will gar nicht wissen, wie viele zigtausende Euro Vereine, in denen ich tätig war und bin, bisher einsparen konnten, weil Dank der E-Mail Papier und Porto gespart werden konnte. Und dann die Zeitersparnis! Die Vorteile der E-Mail gegenüber dem Brief liegen auf der Hand.

Die E-Mail hat aber auch Vorteile gegenüber modernerer elektronischer Kommunikation wie WhatsApp. Der wichtigste ist, das E-Mail so gut wie jeder nutzt. WhatsApp oder andere Dienste muss man dagegen ganz bewusst einrichten und dann auch zu nutzen wissen, bei der E-Mail gibtes diese Hürde nicht.

Die E-Mail funktioniert plattformübergreifend. Du brauchst kein bestimmtes Betriebssystem, Du brauchst auch kein bestimmtes Gerät. Im Extremfall reicht Dir ein stinknormaler Browser, wie ihn jeder am Netz hängende Rechner dieser Welt hat.

E-Mail wird auch in zwanzig Jahren noch funktionieren, denn es ist ein offenes Protokoll, theoretisch kannst Du jederzeit Deinen eigenen E-Mail-Server aufsetzen und in Betrieb nehmen. WhatsApp oder Facebook können – auch wenn es unwahrscheinlich ist – jederzeit ihren Betrieb einstellen oder Geld dafür verlangen oder bestimmte Personengruppen von ihren Diensten ausschließen. Es ist ja letztendlich immer besser, auf Lösungen zu setzen, die man im Zweifel selbst unter Kontrolle hat.

Nerviger Werbe-Spam? Das war einmal!

Und auch das Spam-Problem ist heute eigentlich keines mehr. Wer von Spam genervt ist, dem empfehle ich den Wechsel auf Google Mail, das, Datenkrake hin oder her, den Posteingang fast perfekt sauber hält. Ich nutze Googlemail nämlich so ungefähr, seit es Googlemail gibt und schreibe eben so lang meine dortige Haupt-Adresse immer wieder öffentlich ins Netz und auch in hunderte Foren und Formulare – und habe trotzdem so gut wie keinen Spam im Postfach. Es gibt also Lösungen – und wer Google nicht mag, findet auch anderswo mittlerweile immer besser werdende Spamfilter. Aber das nur am Rande.

Also: E-Mail wird 1. von „jedem“ genutzt und der wesentliche Grund für ihr Imageproblem ist 2. inzwischen technisch im Prinzip gelöst. Bleibt die Frage: Wie setzen wir E-Mails denn für unsere ehrenamtlichen Tätigkeiten ein?

Die E-Mail in der Vereinsarbeit

Natürlich zur Kommunikation untereinander, zum Beispiel im Vorstand. Aber auch als Rundmail an alle Mitglieder funktioniert sie ganz gut. Hier aber bitte nie, wirklich nie niemals die Empfänger alle ins „An“-Feld oder „CC“ schreiben, sondern immer ins BCC, damit nicht jeder jede E-Mail-Adresse sehen kann. Das gehört sich nämlich nicht und auch die Datenschützer sehen so etwas – durchaus zurecht – gar nicht gern.

Neben den direkten Funktionen der E-Mail gibt es auch „Weiterentwicklungen“. Unsere Kontaktformulare wären eine solche, denn hier geben wir zwar unsere Adresse nicht an, die Eingaben ins Formular landen aber dennoch in unserem E-Mail-Postfach. Kontaktformulare machen es so den Leuten einfach, uns zu schreiben und ersparen es ihnen so, ihr E-Mail-Programm zu öffnen.

Der Newsletter

Ein für unsere Arbeit eigentlich noch besseres Instrument ist aber der Newsletter. Der macht es umgekehrt uns einfacher, diejenigen zu erreichen, die sich für unsere Arbeit, unseren Verein interessieren. Aber ist der Newsletter nicht genau das, was Spammer machen?

Jein. Die Funktionsweise ist ähnlich, es gibt aber einen entscheidenden Unterschied: Unseren Newsletter wird nur bekommen, wer ihn auch wirklich will und selbst angefordert hat. Alles andere wäre in Deutschland mittlerweile übrigens auch illegal und wird mit empfindlichen Strafen geahndet. Davon abgesehen wollen wir uns die Arbeit, einen Newsletter herauszugeben, doch eigentlich auch für Menschen schreiben, die sich wirklich für uns interessieren, oder?

Hier gilt es dann möglicherweise, einige Vorurteile abzubauen aber ich denke, den Verweis auf die heute wirklich sehr scharfe rechtliche Situation müsste da genügen.

Unbedingt beachten: Der rechtliche Rahmen

Maßgeblich sind beim Newsletter-Versand folgende Regeln:

  • Der Empfänger muss in den Empfang eingewilligt und seine E-Mail-Adresse bestätigt haben („Double-Opt-In“ nennt man das)
  • Alle vom Empfänger hinterlegten Daten müssen ihm auf Wunsch genannt und natürlich auch gelöscht werden können (das gilt übrigens grundsätzlich für alle anderen Benutzerbezogenen Daten auch)
  • Der Empfang muss jederzeit beendet werden können

Diese Vorgaben machen es für uns zwar zunächst nicht wirklich einfacher, einen Newsletter herauszugeben aber einmal eingerichtet sind wir da rechtlich auf der sicheren Seite.

Wir sehen aber schnell, dass es hier nicht damit getan ist, händisch in Outlook eine Empfängerliste anzulegen und das Ganze dann „Newsletter“ zu taufen. Das wäre allerdings auch technisch keine besonders gute Idee, weil normale Mailserver auf den Versand hunderter oder tausender E-Mails zur gleichen Zeit nicht wirklich ausgelegt sind.

Verwerfen wir also lieber gleich die Idee, uns irgendwie selbst die Newsletter-Infrastruktur zu basteln. Wir wollen ja außerdem, dass das Ganze am Ende auch noch gut aussieht und sich nahtlos in unsere Website einbinden lässt. Wir wollen ein schickes Formular und wir wollen diesen ganzen datenschutzrechtlichen Krempel rund um das Double-Opt-In zwar haben, aber möglichst keinen Aufwand dafür betreiben müssen.

Nutze Newsletter-Dienstleister statt Marke Eigenbau!

Und all das geht auch. Und es geht (bedingt) kostenlos und im Endeffekt auch viel einfacher, als wenn wir selbst Mailinglisten anlegen würden.

Dienstleister hierfür gibt es reichlich und abgesehen von der Grundfunktion, eben einen Newsletterversand zu ermöglichen, unterscheiden die sich in Preisen und Leistungen durchaus. Einen guten Überblick gibt Dir zum Beispiel dieser Artikel aus dem März 2016.

Ich stelle mal einige Dienstleister für Newsletter beispielhaft vor:

Mailchimp

Der wohl bekannteste Dienst ist ein amerikanischer Anbieter namens Mailchimp. Der Dienst ist vor allem bei Online-Marketern beliebt, weil er sehr viele Funktionen und Analysetools bietet, mit denen sich messen lässt, wer wann und wie lange unsere Newsletter liest. Das Ganze ist für bis zu 2.000 Empfänger und 12.000 E-Mails im Monat völlig kostenlos und wenn man mehr braucht, dann sind die Preise hierfür auch vergleichsweise im Rahmen. Mit Mailchimp macht man also im Grunde nichts falsch – aber seine Einrichtung ist auch aufgrund des Funktionsumfangs nicht ganz ohne und übrigens natürlich auch nicht in deutscher Sprache 😉 Mailchimp bietet

Deutsche Anbieter

Zu den bekannteren deutschen Anbietern gehört Klick-Tipp, der sozusagen das deutsche Pendant zu Mailchimp ist. Von den Leistungen und Möglichkeiten ähnlich umfangreich und sicher ideal, wenn Du richtiges E-Mail-Marketing betreiben willst. Kostenlos gibts dort allerdings nichts, denn Qualität hat ihren Preis – und der beträgt in der günstigten Variante 27 Euro im Monat. Auch die Konfiguration ist nicht ohne – aber anders als bei Mailchimp zumindest in deutscher Sprache.

Einfacher und vor allem günstiger sind die beiden deutschen Anbieter Letter.mx und Mailsamba. Beide dürften vom Funktionsumfang locker für die meisten Vereins-Newsletter ausreichen, für die Du einfach keine ausgefeilten Analysetools benötigst. Beide Dienste kosten für bis zu 250 Empfänger keinen Cent, bei Letter.mx kannst Du Dir über Weiterempfehlungen diese kostenlose Empfängerzahl sogar noch verfielfachen.

Mein Tipp: Mailpoet

Der Anbieter meiner Wahl nennt sich derzeit meist Mailpoet und ist im Grunde genommen ein WordPress-Plugin mit angegliedertem Newsletterservice. Das ist damit eigentlich genau andersrum wie bei Mailchimp & Co, wo es einen Newsletterservice gibt, der sich unter anderem über WordPress-Plugins einbinden lässt. Mailpoet funktioniert ohne WordPress einfach gar nicht, da ich aber all meine Vereinsseiten mit WordPress laufen lasse, ist das ziemlich genau das, was ich brauche.

Und auch sonst ist der Funktionsumfang für Vereinszwecke optimal:

  • automatisierter Versand möglich, zum Beispiel monatlich alle neuen Artikel der Website verschicken oder sogar bei jedem neuen Artikel.
  • Bei manueller Redaktion: Einfaches bestücken per Drag&Drop der Artikel aus WordPress
  • Individuell anpassbar, Du kannst Dir eigene Vorlagen anlegen, bzw. bestehende ändern und hierfür eigene Grafiken für Kopf und Fuß der Mails verwenden.
  • Alles in Deinem WordPress-Backend, Kein Login anderswo nötig
  • Bis zu 2000 Empfänger kostenlos beliefern

 

Fazit

Weder die E-Mail im Allgemeinen, noch der Newsletter im Besonderen sind tot. Beide haben so ihre Image-Probleme – und die kannst Du durch cleveren Einsatz aus der Welt schaffen helfen – und gleichzeitig auch noch effiziente Öffentlichkeitsarbeit für Dein Ehrenamt leisten!

Wenn Du weitere Fragen zur Umsetzung Deines Vereins-Newsletters hast, freue ich mich über Kommentare.

Merkmale einer guten Website

Es gibt eine Million Möglichkeiten, eine Website aufzubauen und darunter sind mehr, als ich in einem einzigen Artikel sinnvollerweise erklären wollen würde. Die folgende Liste will also gar nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erheben, sondern versucht lediglich, die wichtigsten Punkte zu berücksichtigen. Alles Weitere hängt dann ohnehin von der konkreten Mission Deiner Website ab – und die kann eben sehr unterschiedlich sein.

Ein paar Grundregeln

Ganz wichtig ist, die eigene Website durch die Besucherbrille zu betrachten, sich also in den, der auf die Seite gelangt, hineinzuversetzen. Der Besucher kommt wahrscheinlich auf eine der folgenden Arten auf Deiner Seite an:

  • er hat die Adresse irgendwo gesehen und kommt direkt über deren Eingabe auf die Startseite (der seltenste Fall)
  • über eine Suchmaschine
  • über einen Link anderswo

Daraus folgt, dass jede Deiner Seiten so gebaut sein muss, dass man sich zurechtfindet. Das stellt gewisse Ansprüche vor allem an das Navigationsmenü. Das muss dann natürlich klar und einfach aufgebaut sein. Und es muss auch auf kleinen Bildschirmen (Smartphone!) zu sehen, zu verstehen und vor allem nutzbar sein.

Achte also bei Deinem Menü darauf, in der ersten Ebene (das, was der Benutzer sieht, ohne klicken oder die Maus an besondere Stellen halten zu müssen) möglichst wenige, aber selbsterklärende Punkte zu haben und alles andere als Unterpunkte im Menü unterzubringen.

Die beste Möglichkeit, die Website fit für Smartphone-Bildschirme zu machen, sind responsive Designs. Die passen sich automatisch an die Bildschirmgröße an, stellen zum Beispiel die rechte Seitenleiste hinter den eigentlichen Inhalt und klappen das Navigationsmenü ein. Sie stellen also im Wesentlichen den eigentlichen Inhalt in den Mittelpunkt und bereiten den Rest der Seite so auf, dass er ebenfalls sicht- und benutzbar bleibt.

Eine Alternative dazu ist der Bau eine besonderen „mobilen“ Variante der Seite, zu der dann mobile Browser automatisch weitergeleitet werden. Das ist eine Alternative – aber eine, die einen gewissen Mehraufwand erfordert und (meiner Meinung nach) im Ergebnis auch nicht besonders schön ist. Mein Tipp: Wenn Du ohnehin eine neue Seite entwickelst, solltest Du lieber auf responsives Design setzen. Wenn nicht, solltest Du ebenfalls versuchen, das zu tun 😉

Und immer wieder die Besucherbrille aufsetzen und auch auf den jeweiligen Unterseiten die Frage stellen: Weiß hier jeder ganz schnell, wo er was findet?

Pflichtprogramm: Was Deine Seite zwar nicht unbedingt „besser“ macht, Dir aber Ärger juristischer Art spart

Der deutsche Gesetzgeber ist berühmt-berüchtigt für seine Pedanterie und Regelungswut und auch beim Betreiben von Websites hat er so seine Vorstellungen – die natürlich noch ein wenig strenger sind, als in der gesamten übrigen Welt. Das kann man, wie ich, etwas nervig finden – aber wenn man sich nicht an gewisse Regeln hält, riskiert man eben mindestens Abmahnungen gelangweilter oder von der Konkurrenz beauftragter Anwälte und das kann dann teuer werden.

Und ob sinnvoll oder nicht, die Dinge, die man beachten muss, sind auch nicht unmöglich zu erfüllen, sondern eben bloß etwas lästig. Wichtiger Hinweis: Regeln können sich ändern und es empfiehlt sich, vor der Umsetzung einmal zu schauen, ob die folgenden Punkte immer noch ausreichen. Es handelt sich hierbei natürlich auch nicht um eine Rechtsberatung, sondern es sind wirklich nur Hinweise 😉

Impressum

Musst Du haben, muss auch auf jeder Seite gut sichtbar zu finden sein. Inhaltlich muss dort stehen, wer konkret inhaltlich verantwortlich für die Seiten ist und wie oder wo man ihn erreicht. Es muss also in der Regel mindestens eine Postadresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und natürlich ein Name dort zu finden sein. Was darüber hinaus noch rein muss, hängt davon ab, ob es sich beim Träger der Seite um eine Privatperson, einen Verein oder eine Firma handelt, also letztendlich von der Rechtsform. Es ist also möglicherweise ratsam, im Zweifel noch einmal den Anwalt Deines Vertrauens nach seiner Meinung zu fragen. Für einen Entwurf des Impressums kannst Du diesen Generator nutzen.

Datenschutzhinweise

Datenschutz, Datenschutzerklärung, Datenschutzhinweise – irgendwie in der Art sollte diese Unterseite heißen und auch sie sollte auf jeder Seite sichtbar und gut auffindbar sein. Dort muss alles aufgeführt sein, was über Deine Seite so an Nutzerdaten gesammelt wird.

Du sammelst gar keine Daten? Das denkst auch nur Du 😉

Denn das dürfte die absolute Ausnahme sein. Denn 1. sammelt so gut wie jeder Hoster bereits mindestens ganz normale Zugriffsstatistiken über Deine Besucher und 2. gibt es kaum Website-Systeme, die nicht ein paar Cookies setzen oder anderweitig datenschutzrelevante Dinge tun. 3. willst Du bestimmte Dinge nunmal auch einfach wissen, glaub mir 😉

Daran ist auch weiter nichts verwerflich, nur muss man es eben ordentlich für den Besucher dokumentieren, damit er weiß, woran er ist. Logischerweise gibt es eine weite Spannbreite von Angaben, die hier rein müssen, weil jeder etwas Andere Dinge einbaut. Werbebanner von Amazon oder Google sammeln zum Beispiel Nutzerdaten, der berühmte Facebook-Like-Button ebenfalls. Wenn Du ein Kontaktformular einsetzt, dann musst Du in der Datenschutzerklärung notieren, das Du das tust und darüber Daten erhebst usw. usf.

Hier findest Du einen guten Generator für Datenschutzerklärungen. Nimm Dir Zeit, die Erklärung zu erstellen und lies sie Dir aufmerksam durch, denke nach, was dort eventuell noch hinein müsste. Hier ist definitiv nicht weniger mehr, sondern schreibe im Zweifel lieber zuviel als zu wenig auf!

Cookie-Hinweis

In Deutschland zwar noch nicht direkt vorgeschrieben, aber auf EU-Ebene bereits beschlossen und daher nur eine Frage der Zeit ist der Cookie-Hinweis. Den hast Du garantiert schon öfter gesehen. Es ist ein insbesondere auf Smartphone-Bildschirmen äußerst nerviges, kleines Popup, dass überflüssigerweise darauf hinweist, dass diese Seite Cookies benutzt und dass man bitte die Seite verlässt, wenn einem das nicht gefällt oder auf „akzeptieren“ klickt, wenn man die Seite anschauen will. Warum überflüssig? Weil eben so gut wie jede halbwegs moderne Website mit irgendwelchen Cookies daherkommt, man das als Nutzer wissen und über verschiedene Browser-Einstellungen und Plugins Maßnahmen ergreifen könnte, wenn einen das irgendwie stört. Das war den Hohen Damen und Herren, die sich die sogenannte „Cookie-Richtlinie“ ausgedacht haben, aber anscheinend zu einfach – und so wird über kurz oder lang jede europäische Website durch einen solchen Cookie-Hinweis verschandelt werden müssen.

Und darum empfiehlt es sich, das vielleicht jetzt schon in Angriff zu nehmen, denn Du wirst es eben so oder so tun müssen.

Was gehört auf die Startseite?

Doch genug des etwas nervigen rechtlichen Rahmens und hin zum Wesentlichen: Dem inhaltlichen Aufbau. Und da beginnen wir mit der Startseite. Wozu ist die eigentlich gut, wenn ich doch bereits in den Grundregeln festgestellt habe, dass es eher die Ausnahme ist, dass Besucher ausgerechnet auf der Startseite landen?

Ganz einfach: Weil sie vielleicht sonstwo landen, aber später trotzdem einmal dorthin klicken, wenn sie interessiert, was Du sonst noch so an Inhalten hast. Und dann sollte ihnen die Startseite geben, was sie erwarten.

Das kann sich allerdings unterscheiden und da gibt es durchaus unterschiedliche Philosophien. Nicht zuletzt hängt das auch von der konkreten Mission Deiner Seite ab.

Du hast im Wesentlichen zwei Möglichkeiten: Deine Startseite ist eine statische Seite, es steht also ein einleitender Text dort. Oder Du nutzt die Startseite zur Auflistung aktueller News, so dass man dort zuverlässig immer das Neueste ganz oben findet.

Wie gesagt: Das ist ein bisschen Geschmackssache und es hängt von der jeweiligen Zielsetzung der Seite ab. Normalerweise tendiere ich stark dazu, die Startseite als den Platz für aktuelle News zu nutzen – aber das geht natürlich nur, wenn die Seite überhaupt mit regelmäßigen News arbeitet, was beileibe nicht immer der Fall ist. Wenn dort über Monate nichts Neues zu lesen ist, wäre es eigentlich schade um den prominenten Ort, das Gleiche gilt, wenn Du zwar solche News hast, die aber eher Beiwerk als wesentlicher Teil der Seite sind.

Eines solltest Du aber nach Möglichkeit vermeiden: Als Starseite eine „Willkommen auf unserer Internetseite!“-Seite zu haben. So etwas hat man in den 90ern und auch danach gerne gemacht. Damals war es noch etwas Besonderes, als Verein eine eigene Internetseite zu haben. Das ist heute erkennbar nicht mehr der Fall, sondern es ist eher etwas Besonderes, keine zu haben. Dementsprechend wirkt es etwas lächerlich, die ganze Startseite damit zu verschwenden, den Besucher willkommen zu heißen und ihm zu erklären, dass er sich auf einer Internetseite befindet.

Wenn Du die Leute begrüßen möchtest, dann mach das – aber dann schreibe auf den Rest der Seite wenigstens noch ein paar nützliche Informationen. Du kannst zum Beispiel dort erklären, wo der Besucher was findet. Oder Du erklärst, was die Mission Deiner Seite ist (vermutlich möchtest Du ihn über Deinen Verein informieren;).

Weitere bewährte Bestandteile und Features

Es gibt Dinge, die gehören auf (fast) jede Website. Du solltest sie nur aus guten Gründen weglassen. Frage also nicht, ob Du irgendwas davon wirklich brauchst, sondern frage, ob Du wirklich drauf verzichten solltest 😉

Kontaktseite mit Kontaktformular

Sinn einer Seite ist es, zu informieren und Kontakt mit Leuten zu bekommen, die sich für das interessieren, was Du tust. Also solltest Du auch die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme anbieten.

Ja ich weiß, im Impressum steht eigentlich schon alles drin, was man dazu braucht. Aber wird jeder unbedarfte Besucher mit Kontaktwunsch darauf kommen, dass das da steht? Besucherbrille aufsetzen, bitte 😉

Du brauchst also eine Seite, die auch wirklich „Kontakt“ (oder so) heisst! Und da schreibst Du vielleicht auch etwas mehr hin, als die Angaben im Impressum. Zum Beispiel auf Dein Facebookprofil, damit Leute Dich auch darüber erreichen können. Dafür muss hier vielleicht nicht unbedingt die Postadresse stehen, denn wer in der Lage ist, Deine Internetseite aufzurufen, der wird vermutlich nicht unbedingt Wert darauf legen, Dir ernsthaft einen Brief zu schreiben…

Unbedingt empfehlenswert ist aber auch der Klassiker der Online-Kontaktaufnahme: Das Kontaktformular!

Vorteil hier: Du machst es dem Besucher denkbar einfach, Dir zu schreiben. Er muss nicht erst Deine E-Mail-Adresse kopieren und sein E-Mail-Programm öffnen, muss also gar nicht erst runter von Deiner Seite.

Gestalte Dein Formular möglichst benutzerfreundlich. Die einzige wirkliche Pflichtangabe sollte die E-Mail-Adresse sein, damit Du antworten kannst. Dinge wie Namen sind nett und die meisten werden den auch freiwillig angeben aber der Kontakt würde auch zustande kommen, wenn dieses Feld leer bleibt, also lasse das ruhig zu. Gleiches gilt für eine „Betreff“-Zeile: Nett, aber nicht notwendig.

Mehr braucht es eigentlich nicht und Angaben darüber hinaus solltest Du nur in Sonderfällen abfragen. Auch Captcha-Abfragen würde ich erstmal weglassen, denn die nerven fürchterlich. Wenn Du später mit Spam zu kämpfen hast, der Dich über das Formular erreicht, kannst Du immer noch nachrüsten.

Die Suchfunktion

…ersetzt ausdrücklich nicht eine durchdachte und verständliche Navigation 😉 Aber bevor jemand lange in der Navigation rumsucht und nicht findet, was er sucht, möchtest Du ihm ja vielleicht trotzdem ein einfaches Suchformular anbieten, dass ihm das Ganze abkürzt.

Newsletter

Den lässt Du bitte weg, wenn Du nicht regelmäßig aktuelle Informationen hast, die Du darüber verteilst. Empfehlenswert ist auch, Dir für einen Newsletter ein richtiges Konzept auszudenken. Das muss nicht riesengroß werden, vielleicht versendest Du auch einfach nur automatisiert jeden neuen Artikel oder eine monatliche Terminliste oder so. Vielleicht testest Du auch nur erst einmal, ob sich überhaupt jemand dafür interessiert und sammelst schon mal Adressen. Nur völlig außer Acht lassen darfst Du diese eigentlich sehr tolle Methode, Neuigkeiten zu verbreiten, nicht.

Das Thema Newsletter werden wir in künftigen Artikeln noch ausgiebig behandeln. Es gibt dort Einiges zu beachten, übrigens auch rechtlich. Das solltest Du auf jeden Fall recherchieren, bevor Du einen Newsletter anbietest.

Newsfeed

Ich bin ja doch sowas wie ein kleiner Netz-Nerd, deswegen kenne und liebe ich Dinge wie den Newsfeed. Für mich ist auch schwer verständlich, warum sich die Nutzung solcher Feeds immer noch nicht so richtig durchgesetzt hat, mittlerweile wurde das Ganze aber vermutlich von Facebook & Co einigermaßen abgelöst.

Dennoch ist ein Newsfeed etwas, das auch heute noch auf jede Seite gehört. Denn Leute wie ich (und so wenige gibt es davon nicht) nutzen diese Feeds, um sie über sogenannte Feedreader abzurufen. Das Konzept ist einfach: Der Feed liefert einfach jeden neuen Artikel automatisch über eine besondere Adresse aus. Man muss also nur in seinen Feedreader schauen und findet von allen Seiten, die man „abonniert“ hat, die jeweils neuen Artikel. Wenn man viele Blogs liest, sind Feeds praktisch ein unersetzliches Werkzeug, denn niemand möchte jeden Tag zwanzig Seiten aufrufen und schauen, ob dort etwas steht, dass er noch nicht kennt.

Der Feed lässt sich aber nicht nur von Feedreadern empfangen, sondern man kann damit auch andere Dinge veranstalten. Zum Beispiel automatisiert auf neue Artikel auf Plattformen wie Twitter oder Facebook hinweisen oder auch einen automatischen Newsletter erstellen.

So einen Feed anzubieten ist auch nicht weiter kompliziert, wenn man ein ordentliches Content-Management-System benutzt. WordPress & Co erstellen nämlich vollautomatisch so einen Feed, so dass man eigentlich nur wissen muss, welche Adresse der denn hat und schon kann man ihn auch offensiv zum Abonnieren anbieten oder eben anderweitig nutzen. Wenn Du WordPress oder etwas Vergleichbares nutzt, solltest Du auf Deinen Newsfeed hinweisen.

…und vieles mehr

Wenn Du diese Tipps alle beherzigst, bekommst Du ein solides Grundgerüst. Nicht mehr und nicht weniger.

Dieses Grundgerüst lässt sich so auf so gut wie jede Website anwenden, also nicht Vereins-Seiten im Besonderen. Für die habe ich noch einige Empfehlungen, die wir in späteren Artikeln einmal aufgreifen werden.

Unabhängig davon gilt aber: In der Regel werden Deine Bedürfnisse noch deutlich darüber hinaus gehen und das ist auch gut und richtig so. Behalte immer die Mission, also den wesentlichen Zweck Deiner Website im Auge: Wen willst Du erreichen? Was willst Du mitteilen? Wonach suchen Leute, die Deine Seite finden sollen?

Und da ist sie wieder: Die gute alte Besucherbrille 😉

Was sind Deine Erfahrungen? Was würdest Du als unbedingt nötig einstufen, dass ich vielleicht nicht genannt habe? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar 😉

Die 4 wichtigsten Kanäle für Deine Öffentlichkeitsarbeit in Verein und Ehrenamt

Ich nenne sie meine „Eckpfeiler“. Wenn Du es mehr mit Fußball hast, möchtest Du sie vielleicht lieber „Eckfahnen“ nennen, auch das drückt aus, worum es geht: Eben die wirklich wichtigen Kanäle für Deine Öffentlichkeitsarbeit, ohne die Dein Verein und Deine ehrenamtliche Tätigkeit für den Rest der Welt einfach unsichtbar bleibt. Warum das keine gute Idee ist, selbst wenn Du das Ganze gar nicht tust, weil Du Anerkennung brauchst, erkläre ich Dir hier.

Im Fußball begrenzen die Eckfahnen das Spielfeld. Und wenn man ein Dach errichten will, braucht man wenigstens vier stabile Punkte in den Ecken, auf denen das schützende Dach ruhen kann. Natürlich sieht man beim Fußball den Rand auch noch durch die Seitenlinien und natürlich zieht man unter den meisten Dächern schon auch noch ein paar Außenwände ein. Aber die Ecken definieren trotzdem das Spielfeld, beziehungsweise den Raum, in dem sich alles abspielt. Der Rest mag durchaus auch helfen und sehr wichtig sein. Aber ohne die Ecken wäre das Ganze instabil, würde vielleicht sogar zusammenfallen, auf jeden Fall aber komisch aussehen.

Kurz gesagt: Ohne diese 4 Kanäle funktioniert Öffentlichkeitsarbeit nicht. Und zwar nirgends, nicht in einem Verein und auch nicht in einer Firma. Was nicht bedeutet, dass man nicht auch ohne Öffentlichkeitsarbeit an sich eine Zeit lang klar kommen könnte (wovon ich, es dürfte Dich nicht wundern, dringend abrate) – aber wenn Du etwas in dieser Richtung machen möchtest, dann sollte es mindestens Dein Anspruch sein, die folgenden vier Kanäle zu bespielen.

1. Deine Website als Herz Deiner Öffentlichkeitsarbeit

Deine Website sollte der Ort sein, an dem alle Fäden zusammenlaufen. Hier finden die Leute Links zu allen Social Medias und allen anderen Kanälen Deiner Öffentlichkeitsarbeit. Hier erfahren sie wirklich alles, was es über Deinen Verein und Deine Tätigkeiten zu wissen gibt. Inklusive und insbesondere, wie sie Kontakt mit Dir aufnehmen oder sich beteiligen können.

Anders, als bei den anderen hier genannten Kanälen bist Du nur bei der Website wirklich Herr im Haus. Du entscheidest, welche Inhalte hier zu finden sind und was gerade wie wichtig präsentiert wird.

Die Website ist nicht nur Eckpfeiler, sondern eigentlich sogar Fundament. Denn während Facebook morgen die Pforten dichtmachen oder aus irgendeiner komischen Laune heraus vielleicht Deine Seite sperren könnte, Deine Lokalzeitung Insolvenz anmelden und sich vielleicht auch grade niemand findet, um Flyer oder Flugblätter zu verteilen, wird Deine Website immer noch da sein und informieren. Und damit auch immer noch die Grundlage für den Aufbau aller weiteren Pfeiler sein. Denn alle News und Infos, die Du der Zeitung zur Veröffentlichung schickst oder über Facebook und Twitter teilst, hast Du (hoffentlich) vorher oder gleichzeitig auch auf Deiner Website veröffentlicht.

Deine Website kennt auch vom Umfang her keine Grenzen und so kannst Du nur hier das volle Programm Deines Sportvereins präsentieren und nur hier wirklich alle denkbaren Arten an Inhalt zentral speichern und veröffentlichen.

Gleichzeitig kannst Du Deine Website übrigens auch als Archiv nutzen und auch nach Jahren noch einmal schauen, was wann wie war. Wer schon einmal an einer Chronik zum Jubiläum oder Ähnlichem gearbeitet hat, wird ein solches gut sortiertes und quasi nebenbei entstehendes Archiv zu schätzen wissen.

Vor allem aber dient die Website als Taktgeber für alle anderen Kanäle: Hier fängt es an und hier gibt es die weiterführenden Informationen und was man hier nicht findet, das findet man nirgendwo. Das sollte jedenfalls Dein Anspruch an Deiner Website sein: Was hier nicht zu finden ist, it auch im Rest des Internets über Deinen Verein, Dein Ehrenamt nicht zu finden.

Mach also, das die Leute sich auf diesen Grundsatz verlassen können und auch wirklich alles dort finden, statt endlos alle möglichen sozialen Netzwerke durchsuchen zu müssen. So wie die Website für Dich 1. Eckpfeiler und Fundament Deiner Öffentlichkeitsarbeit ist, soll sie auch der Rest der Welt und ganz besonders alle Freunde Deiner Arbeit sehen und nutzen.

2. Social Media (aka Facebook)

Ja, es gibt an Social Medias natürlich weit mehr als Facebook da draußen und diese Gleichsetzung soll auch nicht bedeuten, dass ich Facebook völlig unkritisch gegenüberstehe oder es gar für das beste aller Netzwerke halte. Glaub mir, ich probiere seit vielen Jahren absolut alles aus, was es an neuen Diensten und Netzwerken so gibt und da gibt es tatsächlich sehr, sehr viel mehr als nur Facebook. Aber hier geht es um Eckpfeiler und die Wahrheit ist nunmal, das mögen wir gut oder schlecht finden: An Facebook kommt niemand vorbei!

Kein anderes Soziales Medium ist auch nur ansatzweise so über alle Altersgrenzen hinweg verbreitet. 30 Millionen aktive Nutzer hat Facebook allein in Deutschland. Wen immer Du konkret ansprechen willst: Er mag Facebook nicht besonders mögen und vielleicht auch nicht sehr aktiv nutzen, er wird aber mit hoher Wahrscheinlichkeit trotzdem hin und wieder dort unterwegs sein und vielleicht auch gerade dort nach Deinem Verein oder Deinen Aktivitäten suchen.

Was immer Du Dir für Deine Social-Media-Aktivitäten sonst noch so vorstellen magst, mit Facebook solltest Du deswegen unbedingt beginnen. Du brauchst eine eigene Facebookseite und die sollte auch gepflegt werden. Dazu ist es schon die halbe Miete, wenn Du dort einfach nur zuverlässig postest, wenn es etwas Neues auf Deiner Website gibt. Mach es Dir am Besten zur Gewohnheit, direkt nach der Veröffentlichung auf Deiner Website ein Posting auf Facebook zu machen oder zeitversetzt einzuplanen. Wenn Du dann noch Deine Facebookseite im Blick behältst und auf Nachrichten oder Kommentare reagierst, machst Du schon verdammt viel richtig.

Natürlich geht da noch einiges mehr, so wie ohnehin Facebook noch viele weitere Möglichkeiten bietet, mit denen Du arbeiten kannst und, sofern Facebook überdurchschnittlich gut von Deiner jeweiligen Zielgruppe genutzt wird (was nicht überraschend wäre), sicherlich auch solltest. Schaue dazu mal in diesen Artikel, in dem ich alles, was Facebook kann, ausführlich erkläre.

Aber das A und O ist eine grundlegend gepflegte Facebookseite und wenigstens die gehört unbedingt zu Deiner Öffentlichkeitsarbeit dazu.

3. Aktive Pressearbeit

Die Medienwelt befindet sich im Wandel und wann und wo dieser endet, weiß im Moment niemand. Vielleicht braucht es für gute ehrenamtliche Öffentlichkeitsarbeit irgendwann tatsächlich keine eigene Pressearbeit mehr, wer weiß?

Heute sind wir davon allerdings noch weit entfernt. Traditionelle auf Abonnenten setzende Lokalzeitungen leiden zwar sehr, sind aber vor allem bei Menschen über 60 immer noch ein sehr relevantes Medium. Falls das eine Altersgruppe ist, die für Deinen Verein interessant ist, solltest Du das bei der Konzeption Deiner Öffentlichkeitsarbeit also auf jeden Fall bedenken.

Doch auch die vielen kostenlosen rein werbefinanzierten Wochenblätter, die es wohl fast überall gibt, sind Presse und werden durchaus auch gelesen und können für Dich als Kanal Deiner Öffentlichkeitsarbeit interessant sein.

Aber was macht denn die Presse nun zu einem der Grundpfeiler für unsere Öffentlichkeitsarbeit?

Das ist die besondere Kombination dieser zwei Merkmale:

  1. Sie erreicht fast jeden, sehr leicht aber insbesondere Leute, die Du anders und insbesondere online schwieriger oder vielleicht auch gar nicht erreichst, vor allem ältere Leute, die oft einfach keine Lust haben, sich mit den Möglichkeiten des Internets auseinander zu setzen, um auf dem Laufenden zu bleiben. Ja, diese Leute gibt es wirklich noch und es sind mehr, als Du vielleicht denkst;)
  2. Du musst fast nichts dafür tun, um hin und wieder in der Presse zu erscheinen.

Selbst wenn – je nach Zielgruppe – Facebook oder Deine Website vielleicht mehr wahrgenommen werden, als Presseberichte über Dich und Dein Ehrenamt, bleibt die Presse darum für Dich wichtig. Die Presse lebt nunmal davon, News (wie die von Dir) an möglichst viele Leute zu liefern. Dafür kassiert sie die Abo-Gebühren oder Werbeeinnahmen, die immer noch das eigentliche Geschäftsmodell der Presse – online wie offline übrigens – bilden. Dementsprechend wird großer Aufwand betrieben, möglichst viele Leute zu erreichen. Die Presse erledigt so automatisch einen wichtigen Teil auch Deiner Arbeit. Und das ist eine Chance, die Du Dir nicht entgehen lassen solltest!

Übrigens findet natürlich längst auch bei den kleinsten Käseblättchen immer mehr auch online statt. Zeitungsartikel, in denen es um Dich geht, machen Deine ehrenamtliche Arbeit also auch in den Suchmaschinen sichtbarer und auch hierfür musst Du gar nichts tun…

…außer einer guten und vor allem aktiven Pressearbeit 🙂

Der werden wir uns an anderer Stelle natürlich noch im Detail widmen. An dieser Stelle habe ich aber zwei grundlegende Tipps für Dich:

  1. Suche den Kontakt zur Presse, halte sie ganz allgemein auf dem Laufenden über alles, was Ihr plant und tut und was Du für „besonders“ hältst
  2. Schreibe Pressemitteilungen! Und schreibe sie so, als könnten sie direkt gedruckt werden. Natürlich wird trotzdem nicht zwingend alles gedruckt, was Du an Zeitungen schickst aber selbst wenn nicht hast Du schöne Texte für Deine Website gebaut, was Du ja ohnehin tun solltest.

Oder kurz gesagt: Pressearbeit ist vor allem deswegen so interessant, weil sie sich irre effizient bewerkstelligen lässt. Du schreibst eben nie nur für die Presse, Du schreibst Deine Artikel nur einfach von vornherein so, dass sie auch zur Pressemitteilung taugen.

4. Der Joker

Jede ehrenamtliche Tätigkeit ist anders, richtet sich an andere Zielgruppen, die sich über andere Kanäle informieren. Die drei bisherigen Punkte sind universell gültig, bei diesem geht es aber genau darum, zu schauen, was speziell für Dich und Deine Arbeit darüber hinaus noch wichtig ist.

Dazu musst Du schauen, wo Deine Mitglieder oder die Leute, die Du gerne als Mitglied, Unterstützer oder Spender hättest, sich aufhalten und informieren. Das kann sich sehr unterscheiden. Wenn Du vor allem junge Leute ansprechen willst, solltest Du Dich zum Beispiel mit Snapchat beschäftigen.

Vielleicht ist dieser vierter Eckpfeiler aber für Dich auch Gedrucktes wie Plakate, Flyer oder sogar eine Vereinszeitung. Im weitesten Sinn kann auch eine regelmäßige Veranstaltung durchaus einen relevanten Pfeiler für Deine Öffentlichkeitsarbeit sein, wenn sie denn die Leute anzieht, die Dir wichtig sind.

Sehr häufig wird dieser vierte Pfeiler etwas sein, dass es längst bei Dir gibt, was eine gewisse Tradition hat und vom Konzept her vielleicht auch schon einfach saugut und ewig erprobt ist. Und deswegen gehört das dann natürlich absolut ebenbürtig in genau in Auflistung.

Allzu viele allgemeine Tipps kann ich Dir zu diesem letzten Eckpfeiler logischerweise nicht geben. Nur soviel: Was auch immer Du tust, binde es in ein Gesamtkonzept Deiner Öffentlichkeitsarbeit ein! Das Veranstaltungsplakat kann man auch auf Facebook posten, am besten mit Hinweis auf die zugehörige Facebookveranstaltung und auf die Website gehört beides sowieso.

Und sonst?

Ohne Eckpfeiler geht es nicht aber das bedeutet nicht, dass es damit getan wäre. Neben Facebook können auch Twitter oder sogar Google+ für Dich geeignete soziale Medien sein, um Leute zu erreichen. Und Du kannst auch einfach mal schauen, wie ähnliche Vereine aus der Nachbarschaft so arbeiten und Dir hier weitere Inspiration holen.

Bei all dem solltest Du aber nie aus den Augen verlieren, Dich nicht zu übernehmen. Auch Dein Tag hat nur 24 Stunden und deswegen musst Du schauen, was machbar ist und wo es soviel wird, dass Du früher oder später einen Deiner Kanäle zur Öffentlichkeitsarbeit vernachlässigen müsstest.

Schaue aber auch, ob du nicht bestimmte Kanäle mit relativ wenig Aufwand gut bedienen kannst. Wenn Du zum Beispiel sowieso viele Bilder machst, lege Dir, bzw. Deinem Verein ein Instagram-Profil zu. Und wenn Du Deine Website regelmäßig mit Inhalten versorgst, überlege, ob Du diese nicht auch noch als Newsletter bereitstellen könntest. Wenn Du Plakate drucken willst, dann bastele aus der Grafik für das Plakat gleich auch noch das Facebook-Banner für die Veranstaltungsseite dort.

Nutzt Du diese vier Eckpfeiler bereits? Ich freue mich über Deine Erfahrungen in den Kommentaren!

7 Facebook-Bestandteile, die Deine Öffentlichkeitsarbeit in Verein und Ehrenamt besser machen

Kaum ein Onlinedienst ist heute so allgegenwärtig wie Facebook. Über 300 Milliarden Dollar ist das Unternehmen wert und es erwirtschaftet knapp 3 Milliarden Dollar jedes Jahr. Recht ordentlich für eine Firma, die es vor 10 Jahren so noch gar nicht gab, oder?

Möglich ist das, weil fast jeder in irgendeiner Weise Facebook nutzt und vermutlich absolut jeder eine grobe Ahnung hat, worum es sich dabei handelt – und zwar weltweit. Facebook nutzen täglich über eine Milliarde Menschen, 1,5 Milliarden aktive Nutzer sind es insgesamt und allein in Deutschland nutzen knapp 30 Millionen Menschen regelmäßig Facebook. Dass ist der Stand im Frühjahr 2016, den aktuellen Stand und weitere Statistiken findest Du hier.

Und die wenigen, die nicht Facebook selbst nutzen, nutzen mit hoher Wahrscheinlichkeit immerhin einen anderen Dienst, der zu Facebook gehört, wie zum Beispiel Deutschlands beliebtesten Instant Messenger WhatsApp oder das immer beliebter werdende Bilder-Netzwerk Instagram.

Facebook wird geliebt und gehasst, oft gleichzeitig und fast immer zurecht. Aber ganz egal, was man von Facebook hält: Man kommt heute kaum drumherum – und wenn, dann verbaut man sich Einiges an Möglichkeiten.

In diesem Artikel wollen wir uns weder um zugekaufte Dienste wie Instagram oder Oculus, noch um die vielen völlig berechtigten Bedenken bezüglich Datenschutz kümmern, sondern uns ganz auf Facebook selbst und seine Möglichkeiten in Sachen Öffentlichkeitsarbeit konzentrieren.

Ich möchte Dir im Folgenden einmal die einzelnen Elemente und Konzepte von Facebook vorstellen und Dir so einen Überblick geben wie vielseitig Du Facebook für Deine Vereinsarbeit einsetzen kannst. Los gehts 🙂

1. Dein Profil

Wenn Du Dir einen Facebook-Account anlegst, wird automatisch ein Profil erstellt. Du kannst es dann noch mit einem Profilbild, Seitenbanner und fast unbegrenzt vielen mehr oder weniger sinnvolle Informationen bis hin zu Deiner gesamten Lebensgeschichte dort festhalten. Die Betonung liegt hier klar auf „kannst“. Ich selbst bin nicht nur aber besonders auf Facebook relativ offenherzig mit persönlichen Dingen, die ich dort aller Welt präsentiere aber selbst ich spare mit den sogenannten „Lebensereignissen“ und konzentriere mich mehr auf tagesaktuelle Dinge und Kommentare und Meingungsäußerungen zu Diesem und jenem.

Ein klares Muss sind für mich Profilbilder und -Banner, alle anderen Angaben kannst Du Dir schenken, solltest aber zumindest drüber nachdenken, ob es nicht vielleicht doch praktisch sein kann, zumindest Deinen Freunden dort zum Beispiel Deine jeweils aktuelle Telefonnummer anzuzeigen oder Deinen Geburtstag.

Wichtiger sind aber die Inhalte, die Du über Dein Profil in die Welt hinaus schickst. Du kannst hier sehr einfach Inhalte Deiner Vereins-Website teilen, auf Termine hinweisen oder eigene Fotos und Videos kostenlos und ohne großen Aufwand veröffentlichen. Du kannst auch die Postings Anderer kommentieren oder auf sie reagieren, zu Veranstaltungen zusagen, Seiten liken und tausend andere Dinge tun, die, je nach Privatsphäre-Einstellungen, die ganze Welt oder auch nur handverlesene Freunde sehen können. Das Profil ist also wahlweise das Paradies für Selbstdarsteller oder einfach nur das kleine Fenster, durch dass Du einen kleinen auserwählten Freundeskreis Einblicke in Dein Leben gewährst.

Mein Tipp: Insbesondere für Deine Vereinsarbeit ist es interessant zu wissen, dass Postings, die Du direkt über Dein privates Profil abgibst, eine vergleichsweise gute Reichweite haben und vielen Freunden angezeigt werden. Das kannst Du noch verbessern, in dem Du ein möglichst gutes Posting abgibst (Bild/er statt nur Text oder Link, besser noch ein Video, ein kurzer persönlicher Kommentar dazu, das Ganze dann noch optimalerweise auf „öffentlich“ eingestellt). Es ist trotzdem nicht so, dass alle Deine Freunde alle Deine Postings irgendwann mal angezeigt bekommen, sondern das wählt der Facebook-Algorithmus aus. Und dem kommt es dabei eben zum Einen darauf an, für wie gut er Dein Posting hält, aber auch darauf, wie viel Du postest, wieviele Leute darauf reagieren oder es kommentieren und wie oft Deine Freude sich auf Facebook aufhalten oder in ihre App schauen und wieviel wiederum deren Freunde so posten… kurz gesagt: Auf Vieles hast Du einfach keinen Einfluss und die einzige wirklich brauchbare Stellschraube ist, einfach saugute Postings zu machen, die den Leuten gefallen oder sie in irgendeiner Weise berühren.

2. Die Facebookseite („Fanseite“)

Es ist sozusagen die nicht an konkrete Personen gebundene Version des privaten Profils. Die Facebookseite bietet alle Funktionen, die Dein privates Profil bietet – und noch einige mehr! Zum Beispiel kannst Du Postings vorplanen und dann automatisch zu einem beliebigen Zeitpunkt in der Zukunft veröffentlichen oder zurückdatieren. Du kannst außerdem Statistiken darüber einsehen, wer Deine „Fans“ sind, wo sie herkommen, wie alt sie sind und vieles mehr. Du kannst dort auch Bürozeiten angeben und viele andere spezielle Angaben machen, für die es auf dem Privatprofil keinen Raum gibt.

Nachteil einer Facebookseite ist dafür, dass die Reichweite stärker vom Inhalt abhängt, als bei einem Profil. Facebook möchte natürlich eigentlich, dass Du gegen Geld Inhalte Deiner Seite sponsorst, damit mehr Leute diese Inhalte sehen. Automatisch zeigt Facebook nämlich nicht jedes Posting einer Seite jedem „Fan“ dieser Seite. Mit guten Inhalten kannst Du diesen Effekt zwar einigermaßen ausgleichen, denn coole Inhalte will Facebook natürlich trotzdem gerne allen zeigen. Dir sollte aber bewusst sein, dass es diesen Effekt gibt.

Übrigens: Ein Profil für einen Verein oder eine Einrichtung anzulegen, wäre trotzdem keine Alternative. Das wäre ein Verstoß gegen Facebooks Richtlinien und wenn Dir dann von heute auf morgen Dein mit Herzblut erzeugtes und gepflegtes Profil gelöscht wird, hast Du gar nichts mehr und jede Menge Arbeit für die Mülltonne geleistet. Außerdem ist ein Profil auf maximal 5000 Freunde begrenzt. Tu Dir das nicht an, mach es gleich richtig;)

Tipp: Für Facebookseiten gibt es sogar eine eigene Smartphone-App, den „Seitenmanager“, die wichtigsten Funktionen bekommst Du aber auch über die normale Facebook-App. Und über den Businessmanager kannst Du eine oder mehrere Facebookseiten sogar ganz ohne Facebookaccount pflegen!

3. Gruppen

Sofern denn alle Beteiligten über einen Account bei Facebook verfügen, sind Gruppen eine tolle Möglichkeit, die interne Organisation zu unterstützen. Über Gruppen lassen sich Gruppeninterne Veranstaltungen einrichten, Du kannst über den Facebookmessenger ganz leicht Nachrichten an alle Gruppenmitglieder gleichzeitig schreiben, Umfragen starten, Dokumente hinterlegen, interne Fotoalben führen und vieles Mehr. Gruppenbeiträge tauchen in den Timelines der Mitglieder zudem mit höherer Priorität (im Grunde wird sogar alles angezeigt) auf, als Inhalte von Profilen oder Seiten.

Tipp: Mit „Groups“ gibt es für Android und iOS eine herovrragende eigene App für die Arbeit mit Gruppen. Aber auch hier kannst Du alternativ auch alles über die reguläre Facebook-App erledigen.

4. Veranstaltungen

Seiten, Gruppen und auch private Profile können Veranstaltungen anlegen. Das sind im Grunde Miniseiten, die auf einen konkreten Termin hinweisen sollen und ihrerseits eigene Bilder und Postings verbreiten können. Außerdem kannst Du manuell Leute aus Deiner Freundesliste auswählen und einladen, die komplette Seite auf Profilen, Seiten oder in Gruppen teilen oder sogar extern auf Deiner Website verlinken. Eingeladene oder sogar zugesagte Gäste bekommen die Termine auf Facebook angezeigt und teilweise gibt es dafür sogar Integrationen in andere Kalender-Anwendungen wie den auf dem Smartphone oder neuerdings auch Outlook. Natürlich werden Veranstaltungen auch über die Facebook-Suche auffindbar, was ebenfalls ein Vorteil sein kann, denn Leute suchen da vielleicht auch gerade nach Deinem nächsten Flohmarkt oder Tag der Offenen Tür 😉

Mein Tipp: Nutze Veranstaltungen auf jeden Fall. Angelegt sind die in wenigen Minuten, es kostet nichts und selbst wenn sich darüber nur wenige informieren oder zusagen, war es die Sache eigentlich wert.
Zusatztipp: Verlasse Dich nie darauf, dass ein Klick auf „Zusage“ auch wirklich bedeutet, dass die Leute alle erscheinen.

5. Messenger

Er wird in Deutschland zwar nicht ganz so intensiv genutzt, wie WhatsApp, dafür kannst Du über den Facebookmessenger aber theoretisch jeden erreichen, solange er nur einen Account bei Facebook hat – also fast jeden. Über den Messenger kannst Du auch Nachrichten empfangen, die Leute an Deine Fanseite senden und die Du bitte immer schnellstmöglich auch beantwortest – und wenn es nur mit einem „Danke für Deine Nachricht, wir werden Dein Anliegen schnellstmöglich bearbeiten und Dir antworten,“ ist. Mindestens, wenn Du eine Facebookseite als Administrator betreibst, solltest Du Dir die Nutzung des Messengers unbedingt angewöhnen.

Tipps: Den Messenger musst Du auf dem Smartphone über eine separate App nutzen. Ansonsten funktioniert er natürlich auch direkt über Facebook.com. Alternativ kannst Du den Messenger auch über die Seite Messenger.com nutzen.

6. Live Video

Relativ neu sind die Live Videos. Damit kannst Du auf einfache Art mit dem Smartphone per Video irgend etwas live übertragen. Das Ganze wird dann über ein Posting Fans und Freunden bekannt gemacht. Darüber könntest Du zum Beispiel Videokommentare oder Ankündigen machen oder ganze Veranstaltungen live übertragen.

7. Anzeigen

Alles, was wir bisher so aufgezählt haben, kostet Dich oder Deinen Verein erstmal keinen Cent. Cool, oder? Aber Facebook will natürlich trotzdem Geld verdienen – und ist deswegen mittlerweile eine der größten Anzeigenplattformen der Welt geworden. Wenn Du Facebook bereits nutzt, ist Dir das zweifellos bereits aufgefallen 😉

Ja, manchmal nerven die Anzeigen tatsächlich. Das kommt aber auch immer sehr darauf an, wie deren Inhalt aussieht und wie zielgenau die Werbenden die Anzeige geschaltet haben. Sehe ich Werbung, die mich interessiert und die vielleicht sogar interessant oder unterhaltsam gemacht ist, fühle ich mich nicht genervt, sondern bin vielleicht sogar dankbar für die Information.

Du kannst natürlich Anzeigen auch im ehrenamtlichen Bereich nutzen. Du kannst zum Beispiel Werbung für Veranstaltungen machen, die dem Verein am Ende Geld einbringen sollen und schon sind dann vielleicht auch 20 Euro für eine kleine Anzeige kein rausgeschmissenes Geld – zumal Du darüber auch langfristig die Reichweite Deiner Seite verbessern kannst!

Tipp: Anzeigen sind ein Thema für sich, das wir an dieser Stelle nur leicht ankratzen. Bevor Du wirklich Geld ausgibst, solltest Du Dich informieren, wie man effizient Anzeigen auf Facebook schaltet und was es dabei zu beachten gibt. Dir sollte außerdem vorher klar sein, welche konkreten Zielgruppen Du erreichen willst.

Wie nutzt Du Facebook?

Du siehst, Facebook bietet Dir viele verschiedene Möglichkeiten über Dein privates Profil hinaus und ich könnte diese Liste sogar noch um einige speziellere Dinge wie Apps oder den Facebook-Login verlängern. Und Facebook entwickelt sich und seine Produkte natürlich auch immer weiter, ständig ändert oder erweitert sich etwas, immer mal wieder kauft Facebook auch kleine, innovative Firmen hinzu und baut sie in die eigenen Produkte ein (zuletzt die sehr alberne, aber auch sehr lustige App MSQRD).

Die für Deine Arbeit in Verein und Ehrenamt wichtigen Teile des Supernetzwerks habe ich aber, denke ich, besprochen. Falls ich etwas vergessen habe, freue ich mich über Kommentare. Und ganz allgemein interessiert mich natürlich brennend, wie Du bisher Facebook für Deinen Verein oder Dein Ehrenamt genutzt hast oder ob ich Dich neugierig machen konnte und Du vielleicht Neues ausprobieren möchtest.

Warum Öffentlichkeitsarbeit in Deinem Verein heute einfacher ist denn je

Wie wichtig eine gute Öffentlichkeitsarbeit ist, habe ich Dir in der letzten Woche hoffentlich verständlich machen können. Du kommst einfach nicht drumherum, also gib einfach Gas 😉

Die gute Nachricht ist aber: Noch nie war es so einfach wie heute, in Sachen Öffentlichkeitsarbeit einen guten Job zu machen!

Das liegt natürlich vor allem am Internet und allem, was es hervorgebracht hat – aber nicht nur!

Denn es gibt auch ein Leben außerhalb des Internets. Und auch wenn man mit Facebook & Co viel machen kann, so hat die Technik uns auch die Öffentlichkeitsarbeit in der Offlinewelt an vielen Stellen leichter gemacht.

Das geht damit los, dass es supereinfach und spottbillig ist, auf dem heimischen Laserdrucker mal schnell ein paar hundert Flyer für irgendeinen Zweck in hervorragender Auflösung drucken zu können.

Der Computer hilft uns auch, Artikel für die Zeitung zu schreiben oder eine Pressemitteilung. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn man weiß, wie dünn die Personaldecken vieler Lokalzeitungen inzwischen geworden sind – wer dort eine Rolle spielen will, der sollte dazu übergehen, selbst für die Berichterstattung zu sorgen. Dank Computer und Internet ist so ein Artikel mit etwas Knowhow schnell geschrieben und per E-Mail gesendet, schon hat man gewaltig was für die eigene öffentliche Wahrnehmung getan.

Und dann gibt es natürlich auch noch Dienste wie Flyeralarm, die professionell zu geradezu lächerlichen Preisen in Top-Qualität Plakate, Flyer, Faltblätter und alles Mögliche andere bedrucken – und auch dafür brauchen sie eine Vorlage, die wir Dank Technik mit einigen Grundkenntnissen selbst herstellen oder durch andere gegen kleines Geld anfertigen lassen können.

Aber es ist natürlich klar, dass ein ganz großer Teil der Öffentlichkeitsarbeit nicht via Zeitung oder Papier stattfindet und nicht wenige Vereine auch komplett ohne Plakate oder Flyer auskommen und trotzdem öffentlichkeitswirksam zu bleiben. Das Internet bietet uns da unbegrenzte Möglichkeiten und fast jährlich kommen weitere hinzu – so wie sich derzeit zum Beispiel Snapchat mehr und mehr durchsetzt.

Im Folgenden möchte ich mal einen Überblick über die Online-Kanäle geben, die derzeit relevant sind. Und Du schaust mal, welche Du davon bereits nutzt und prüfst, ob der Rest nicht vielleicht auch etwas für Dich sein könnte.

Aber bitte nicht falsch verstehen: Ich sage nicht, dass es für jeden Verein sinnvoll oder gar zwingend nötig ist, all diese Kanäle zu bespielen! Ganz im Gegenteil ist weniger manchmal mehr, wir sollten uns da einfach ein wenig auf unsere jeweiligen Zielgruppen einspielen. Es nützt aber gar nichts, ein Dutzend Accounts beim allerneuesten hippen Kram in Sachen Social Media zu haben und die dann mangels Zeit, Ideen oder gar Gesamtkonzept zu toten Profilen verkommen zu lassen. Nimm diese Liste einfach als Überblick, nicht als konkrete Anleitung.

Facebook

Als ich meine ersten Facebookseiten anlegte, geschah das mehr so unter Ausschluss der Öffentlichkeit, denn damals 2008 nutzte in Deutschland kaum jemand Facebook, der nicht ein bisschen bekloppt und sehr neugierig auf neue Dienste war, so wie ich. Mittlerweile hat sich das natürlich dramatisch geändert. Jeder kennt Facebook, fast jeder nutzt es selbst, wenn auch in unterschiedlichem Umfang. Auch für Deine Arbeit in Verein und Ehrenamt bietet Facebook viele Möglichkeiten. Über Dein privates Profil kannst Du zum Beispiel Inhalte Deiner Vereins-Website teilen, auf Termine hinweisen oder eigene Fotos und Videos kostenlos und ohne großen Aufwand veröffentlichen. Doch Facebook bietet mit Seiten, Gruppen, dem Messenger und letztendlich auch Ads noch viele weitere Möglichkeiten für Deine Öffentlichkeitsarbeit. So viele, dass wir darauf in einem anderen Artikel noch einmal ausführlich eingehen werden.

WhatsApp

…gehört bekanntlich zu Facebook, ist aber dennoch eine eigenständige Plattform. In Deutschland hat fast jeder, der ein Smartphone hat, auch WhatsApp. Es hat gewissermaßen die alte SMS flächendeckend abgelöst, auch wenn es weder technisch, noch optisch oder in Sachen Komfort der beste Messenger auf dem Markt ist. Es hat ihn aber eben wirklich fast jeder und das macht ihn auch für Dich zu einem wertvollen Tool in der Öffentlichkeitsarbeit (und für alle andere Kommunikationsaufgaben natürlich auch).
Denn neben der Gruppen-Funktion, die wohl jeder kennt, bietet WhatsApp auch sogenannte Broadcastlisten an. Das sind einfach ausgedrückt Nachrichten, die Du an bis zu hunderte Empfänger gleichzeitig schicken kannst. Beim Empfänger kommen sie dann so an, als hättest Du nur ihm diese Nachricht geschickt. Bedingung ist allerdings, dass der Empfänger die Absender-Nummer in seinem Adressbuch gespeichert hat. Auf diese Weise wird Missbrauch der Listen durch Spam verhindert.
Tipp: Findest Du das Tippen von mehr als ein oder zwei Sätzen am Smartphone auch so nervig, wie ich? Dann nutze doch WhatsApp Web ganz normal im Desktop-Browser!
Bonustipp: Für die Vereinsarbeit lohnt es sich vielleicht, einen weiteren WhatsApp-Account zu nutzen. Da das bei WhatsApp derzeit an eine konkrete Mobilfunknummer gebunden ist, die auch nur für jeweils einen WhatsApp-Account gültig ist, erfordert das allerdings eine weitere SIM-Karte. O2 oder Vodafone bieten so etwas aber kostenlos an. Wenn Du dann noch ein altes Handy rumliegen hast, sparst Du Dir sogar das auswechseln der SIM-Karten (was aufgrund des damit einhergehenden mechanischen Verschleises an Karten und Gerät ohnehin nicht wirklich als Dauerlösung zu empfehlen ist). Ich nutze für so einen Vereins-Account mein uraltes Galaxy S3, das ansonsten nur sinnlos herumliegen würde, aber auf diese Weise ein zweites Leben bekommen hat;)

Instagram

Noch so ein Dienst, der Facebook gehört aber eigenständig funktioniert. Bei Instagram dreht sich alles um Fotos. Und auch hier kannst Du für Deinen Verein ein Profil anlegen. Das macht natürlich nur Sinn, wenn bei der alltäglichen Vereinsarbeit in einer gewissen Regelmäßigkeit interessante oder lustige Fotos entstehen. Die postest Du dann, zusammen mit reichlich erklärenden Hashtags – und generierst so auf einfache Weise noch ein bisschen mehr Aufmerksamkeit für Eure Arbeit.

Twitter

Kennt dem Namen nach jeder, in Deutschland ist das gerne „Kurznachrichtendienst“ genannte Twitter allerdings nie wirklich im Mainstream angekommen. Das liegt vermutlich vor allem daran, dass 140 Zeichen für Äußerungen in deutscher Sprache vielleicht doch etwas wenig sind.

Gleichwohl kann Twitter für Deinen Verein eine tolle Sache sein. Denn zum Einen wandern Tweets in Googles Index, so dass Du durch Twitter-Nutzung ganz nebenbei Deine Reichweite vergrößerst. Zum Anderen bekommt man auch in 140 Zeichen bereits eine Menge gesagt, wenn man sich etwas Mühe gibt – und dann kann man, die richtigen Zielgruppen vorausgesetzt, auch über Twitter durchaus viele Leute erreichen.

Google+

Googles Großanrgiff auf Facebook ist zwar gründlich in die Hose gegangen, denn fast niemand nutzt Google Plus auch nur ansatzweise so, wie die Mehrheit der Nutzer Facebook. Es lohnt sich aber trotzdem, zumindest eine Seite für Deinen Verein hier anzulegen. Denn die wird bei Google-Suchen neben den Ergebnissen dann recht auffällig angezeigt. Und da Google ja nunmal immer noch die größte und beliebteste Suchmaschine der Welt ist, kann es auch durchaus sein, dass eine Google+-Präsenz sich in irgendeiner Weise positiv darauf auswirkt, an welcher Stelle Du in den Suchergebnissen wohl auftauchst.

Mein Tipp: Lege Dir eine Seite auf Google+ an, eine ernsthafte Nutzung kannst Du Dir aber wahrscheinlich schenken. Was Du machen kannst ist, über entsprechende Tools Facebookpostings automatisch auch hier zu veröffentlichen oder einfach den Newsfeed Deiner Vereins-Website automatisiert auf Google+ zu veröffentlichen, dann passiert da zumindest ein bisschen was. Aber das Entscheidende ist wirklich, wenigstens eine Seite anzulegen, auf der die wichtigsten Angaben vorhanden und korrekt sind.

Website

Das Herzstück Deiner gesamten Öffentlichkeitsarbeit sollte, auch wenn es ein wenig old school klingt, Deine Website sein!

Ja klar, man kommt notfalls auch ohne aus, indem man nur mit Social Media arbeitet. Und zum Verbreiten von News funktioniert auch eine Facebookseite ganz hervorragend.

Aber was ist, wenn Facebook in 10 Jahren einfach nicht mehr da ist oder kein Mensch es mehr so nutzt wie heute? Oder plötzlich Geld für den Betrieb von Seiten sehen will? Oder es werden einfach aus irgendwelchen Gründen wichtige Möglichkeiten auf einmal beschnitten, wie das Einfügen von Bildern oder das Anlegen von Veranstaltungen. Oder vielleicht fällt auch dem deutschen Gesetzgeber ein, dass Facebook nur noch für Privatleute in Ordnung ist, Firmen oder Vereine sich aber strafbar machen, wenn sie es für sich nutzen? Ich will jetzt gar nicht darüber diskutieren, wie wahrscheinlich solche Szenarien sind aber in der digitalen Welt kommen solche Umbrüche immer wieder vor. Die Existenz, die Funktion und die Optik solcher Profile hängt also von Faktoren ab, die Du nicht beeinflussen kannst.

Auf Deiner Website bist Du dagegen der Herr im Haus. Du bestimmst komplett über den Inhalt, Aussehen und Funktionalität und in gewissem Umfang auch darüber, wie gut die Leute Dich in den Suchmaschinen finden. Deshalb: So gut Du auch in den Social Media unterwegs bist, eine eigene Website solltest Du Dir nicht sparen.

Tipp: Ebenfalls nicht sparen solltest Du Dir stetige Aktualisierungen. Optimal ist es, wenn Du über die Website alles an Informationen veröffentlichst und es von dort dann weiter über diverse soziale Medien verteilst.

Newsletter

E-Mail? Dieses Ding, was man entweder bei der Arbeit nutzt oder mehr oder weniger ignoriert, weil sowieso nur noch alle WhatsAppen?

Ja, es gibt reichlich Vorbehalte gegen Newsletter und einige von ihnen haben ihre Berechtigung. Viele andere aber auch nicht. Im Affenblog gibt es einen schönen Artikel, der erklärt, warum E-Mail-Marketing alles andere als out ist und auch in der Vereinsarbeit hat es sich durchaus bewährt.

Das Thema ist umfangreich und wird auch in diesem Blog noch ausführlich behandelt. Bis dahin wirst Du bei Recherchen insbesondere im genannten Affenblog vieles finden, was Dich bei der Erstellung eines guten und professionellen Newsletters weiterbringt.

Presseportale

Solche Seiten sind Dir bestimmt schon mal begegnet. Im Grunde genommen sind es einfach nur Seiten, auf denen jeder irgendwelche Pressemitteilungen veröffentlichen kann. Diese Seiten sind aber teilweise sogar in Google News abrufbar, tauchen also auf, wenn Leute dort nach bestimmten News suchen. Und sowieso vergrößern sie die Reichweite Deiner Mitteilungen.

Viele diese Portale kosten nichts. Wenn man Geld ausgeben will, kann man Dienstleister beauftragen, die eigene Pressemitteilung gleich in Dutzenden solcher Portale zu veröffentlichen aber für unsere Zwecke wird es auch reichen, einfach zwei oder drei in Deiner Region relevanter Dienste auszusuchen und das selbst zu erledigen. Eine Liste kostenloser Portale findest Du zum Beispiel hier.

Mein Tipp: Kann man machen, ist aber absolut kein Muss. Ich würde so etwas nicht für jede kleine Meldung nutzen. Es lohnt sich aber sicherlich bei größeren Aktionen, vielleicht auch diese Kanäle einmal mit zu nutzen.

Smartphone-Apps

Okay, ist das nicht etwas übertrieben für einfache ehrenamtliche Vereinsarbeit? Jein 🙂 Es kommt auch hier ein wenig auf die Zielgruppe an. Und darauf, welchen Mehrwert so eine App dem Nutzer wirklich bietet. Ich habe schon Vereine mit Smartphone-Apps ausgestattet und die Erfahrungen damit sind durchaus positiv. Ein muss sind Apps aber definitiv nicht 😉

Das sind die für mich wichtigsten Kanäle für ehrenamtliche Öffentlichkeitsarbeit. Es sind aber garantiert nicht alle, die man nennen könnte. Welche Kanäle sind Dir wichtig? Kennst und nutzt Du noch weitere? Dann freue ich mich über Deinen Kommentar.

Tooltime: Keine Abmahnungen mehr für Wikipedia-Inhalte kassieren – mit dem Lizenzhinweisgenerator!

Ja, auch Bilder in der Wikipedia stehen unter Lizenzen und nein, die darf man normalerweise nicht so benutzen, wie man lustig ist. Es gab Zeiten, in denen auch ich das nicht so genau genommen habe – bis es dann doch mal teuer wurde und ich eine Abmahnung bekommen hatte. Seitdem bin ich da sehr, sehr vorsichtig geworden – und das solltest Du auch sein!

Dabei hilft Dir der Lizenzhinweisgenerator der Wikimedia Deutschland:

Lizenzhinweisgenerator
So sieht der Lizenzhinweisgenerator aus.

Die Nutzung ist denkbar einfach:

  1. URL des Bildes, das Du nutzen möchtest oder auch eines ganzen Artikels in das Textfeld eingeben – und „Los!“
  2. Dir wird angezeigt, ob Lizenzangaben nötig sind. Falls ja, musst Du nun angeben, wie Du das Bild nutzen willst.
  3. Am Schluss wird Dir ein Lizenzhinweis als Text, HTML oder HTML-Code ausgegeben, den Du dann in der gewünschten Form kopieren und entsprechend einfügen kannst.

Mein Tipp: Wenn Du gelegentlich Bilder für irgendwas benutzt, ist Wikipedia eine gute Quelle. Aber vergiss niemals zu checken, Lizenzangaben zu machen. Mit diesem Tool wird das so einfach wie nie.

Was bringt mir eigentlich dieses Snapchat?

Diese Frage hast Du Dir, falls Du älter als 20 sein solltest, garantiert auch schon gestellt, sofern Du überhaupt schon von Snapchat gehört hast. Falls nicht (was Dir wirklich nicht peinlich sein muss) fasse ich die wichtigsten Infos kurz zusammen:

  • Snapchat ist ein relativ neues aber rasant wachsendes soziales Netzwerk, das allein über das Smartphone als App funktioniert.
  • Es ist vor allem bei sehr jungen Leuten beliebt, Schüler sind für die Macher der App auch die wichtigste Zielgruppe.
  • Anders bei Snapchat ist, das Inhalte nach spätestens 24 Stunden verschwinden und man also keine lange Timeline aufbaut, in der man gemütlich durch die Posts (hier heißen die „Snaps“) seiner Freunde scrollen kann.
  • Anders ist auch, dass man sich die Inhalte, die Videos oder Fotos sein können, genau einmal anschauen kann und das auch nur für voreingestellte sehr kurze Zeiten (maximal 10 Sekunden).

So, spätestens mit Kenntnis dieser Merkmale dürfte die Frage „und was zum Kuckuck bringt mir das???“ eigentlich nur noch brennender geworden sein 😉

Ging mir eine ganze Weile auch so. Ich bin bei neuen Tools und Diensten eigentlich immer sehr experimentierfreudig, probiere alles aus, lege mir Accounts an und gucke, was man da so machen kann. Als ich Snapchat vor einigen Jahren das erste Mal ausprobiert habe, ist mir das so ohne Weiteres nicht gelungen. Ich hab es dann auch schnell wieder weggelegt und lange Zeit vergessen.

Inzwischen ist Snapchat deutlich gewachsen und kommt in Deutschland langsam im Mainstream an. Vor allem nutzen Jugendliche es mittlerweile gerne und oft und so wurde es Zeit, sich damit wohl oder übel einmal näher zu beschäftigen. Und siehe da: Auf einmal erscheint es eben doch recht interessant zu sein – und zwar nicht trotz, sondern wegen der oben genannten Besonderheiten!

Am Ende des Artikels liste ich Dir noch einige gute Ressourcen zum Thema Snapchat auf, denn dies soll keine vollständige Anleitung werden, sondern Dir einfach nur erklären, was es mit Snapchat auf sich hat, Dir also einen Überblick geben. Wenn Du es ganz genau wissen willst, solltest Du Dir das kostenlose E-Book „Snap me if you can“ von Philipp Steuer holen.

Aber was macht Snapchat denn nun so beliebt? Nun, entgegen mancher Vorurteile sind eben auch junge Leute durchaus sensibel, was ihre Daten und Fotos betrifft und Snapchat trägt dem insofern Rechnung, als dass es ge“snapte“ Inhalte eben nicht dauerhaft irgendwo öffentlich ausstellt, sondern wie erwähnt nur kurz und auch nur ausgewählten Leuten zeigt. Na klar, die Sachen liegen trotzdem auf einem Server und na klar, Snapchat selbst kann darauf zugreifen, wie es will, inklusive sämtlicher amerikanischer Geheimdienste, so wie bei allen anderen amerikanischen sozialen Netzwerken auch. Aber man baut eben trotzdem ein vergleichsweise intimes soziales Netz auf und präsentiert sich immer nur für einen Moment, nie dauerhaft.

Gleichzeitig sichert man sich auch die ungeteilte Aufmerksamkeit, denn da ja jeder Snap nur einmal anschaubar ist, klickt man ihn nicht sofort weg. Vorspulen kann man die ohnehin sehr kurzen Videos, die hier möglich sind, sowieso nicht.

Es geht also nichts in irgendwelchen riesigen Timelines unter und gleichzeitig wird man sozusagen dazu gezwungen, aufmerksam zu schauen, was die Freunde da so snappen, weil man es nicht ein zweites Mal zu sehen bekommen wird. Das ist im Kern, was Snapchat besonders und beliebt macht: Man ist unter sich, egal was man zeigt, es ist nie für die Ewigkeit und gleichzeitig kann man sicher sein, dass die Leute es sich anschauen. All das ist zum Beispiel ein fundamentaler Unterschied zu Facebook, jedenfalls für die meisten Nutzer.

Gleichzeitig kann man neben kurzen Videos (10 Sekunden maximal, also genau so lange, wie einzelne Bilder angesehen werden können) auch Bilder snappen, die man mit diversen Filtern, Smileys, Effekten, Text oder Zeichenwerkzeugen verbessern kann. Auch solche Features machen den Dienst logischerweise unheimlich attraktiv.

Die Snaps der eigenen Kontakte, die sich in den vergangenen maximal 24 Stunden angesammelt haben, werden von der App zu „Geschichten“ zusammengefasst, die man dann an einem Stück angezeigt bekommt. Einzelne Snaps kann man durch Antippen einfach überspringen, wenn man will und dann läuft das so durch.

Weder die App, noch ihre Nutzung kosten etwas. Das dürfte, was die normale Nutzung betrifft, vermutlich auch so bleiben. Snapchat finanziert sich über kommerzielle Anbieter, die ihre (teilweise sehr aufwendig angefertigten) Geschichten prominent in der App präsentieren und dafür sehr viel Geld zahlen. Andere Werbung gibt es in der App derzeit nicht und diese in Form von Geschichten ist größtenteils so gut gemacht und so unterhaltsam, dass man sie, auch wenn Snapchat sie sehr deutlich als solche kennzeichnet, eigentlich nicht als Werbung im klassischen Sinn und irgendwie nervig wahrnehmen möchte, sondern sich gerne ansieht. Allerdings findet man derzeit ausschließlich amerikanische Werber dort. In Amerika ist Snapchat nämlich schon deutlich größer als bei uns. Facebook wollte den ganzen Laden übrigens bereits 2012 mal für mehrere Milliarden Dollar kaufen, was die Snapchat-Macher in weiser Voraussicht ausgeschlagen haben und inzwischen ist die Firma ein Vielfaches wert.

Okay, wir haben nun eine Vorstellung davon, warum Jugendliche Snapchat lieben und es auch außerhalb dieser Altersgruppe immer beliebter wird. Aber was bringt uns Snapchat in der ehrenamtlichen Arbeit?

Snapcode von Jan Filter
Mein „Snapcode“. Wenn Du auf Deinem Handy Snapchat startest und die Kamera auf den Code richtest und dann auf den Bildschirm drückst, leitet Snapchat Dich direkt zu meinem Profil.

Verschiedenes 🙂

Du kannst Snapchat zum Beispiel als weiteren Kanal für Deine Öffentlichkeitsarbeit nutzen. Mache Snaps von coolen Aktionen und Veranstaltungen (optimalerweise, wenn Du regelmäßig welche durchführst oder besuchst).

Oder Du nutzt Snapchat für kurze Videobotschaften, erklärst irgendwas oder grüßt einfach nur, es muss ja nicht immer besonders nützlich und tiefschürfens sein, wenn das Erzeugen eines Snaps Dich ohnehin nur wenige Sekunden kostet.

Du kannst Snapchat auch nutzen, um in Kontakt zu treten. Denn die App enthält auch einen stinknormalen Messenger, wie man ihn von WhatsApp & Co kennt.

Eine weitere Nutzung wäre, dass Du darüber schauen kannst, wofür sich Deine Mitglieder und Freunde so interessieren und was sie so treiben. Denn das geht zwar theoretisch bei Facebook auch ganz prima, gerade die jüngeren machen sich dort aber – sicher auch Dank Snapchat – gerne etwas rar.

Sehr cool ist auch das Anlegen von Geofiltern Damit kannst Du bestimmte Orte markieren und ihnen einen Filter basteln. Das eignet sich zum Beispiel gut für Dein Vereinsheim, dass du mit Wappen oder Logo ausstatten kannst. Wie das mit den Geofiltern genau funktioniert, erfährst Du unter anderem im bereits erwähnten kostenlosen E-Book von Philipp Steuer, der auch einige Tipps gibt, was man machen und sein lassen sollte. Angelegt werden die Geofilter auf dieser Seite, dazu musst Du aber einen Snapchat-Account haben und eingeloggt sein. Von den Geofiltern gibt es eine kostenlose und eine kostenpflichtige Variante. Wie Snapchat Ehrenamtler in dieser Hinsicht behandelt, habe ich noch nicht rausgefunden aber ich werde da garantiert in nächster Zeit ein wenig herumexperimentieren.

Damit die Leute auch mitbekommen, dass Du Snapchat nutzt, musst Du ein bisschen Eigenwerbung machen. Promote also Deinen Snapchat-Account mit den reichlich schräg aussehenden Geisterbildchen, die „Snapcodes“ heißen. Die kann man mit der App einfach abfilmen und gelangt dann direkt auf Dein Profil. Einfacher geht es kaum. Diese Bildchen kannst Du überall posten oder auf Deine Website packen, immer öfter sieht man sie sogar schon als Profilbild auf Facebook.

Alternativ kannst Du auch Deinen Nutzernamen angeben oder auf eine Web-Adresse mit dem Muster http://snapchat.com/add/NAME verweisen – nur dass dort statt NAME eben Dein Benutzername hin gehört.

So, ich hoffe, Du hast jetzt einen groben Überblick und kannst einschätzen, ob sich ein Blick auf Snapchat für Dich lohnt. Mein Tipp: Probieren geht über studieren. Löschen kannst Du die App dann immer noch ganz fix wieder 😉

Wenn Du mehr wissen willst, nutze die folgenden Ressourcen

  • Das kostenlose E-Book „Snap me if you can“ von Philipp Steuer erklärt Dir alles, was es zum jetztigen Zeitpunkt über Snapchat zu wissen gibt.
  • Wenn es etwas schneller gehen soll, kannst Du Dir auch dieses zweiteilige Video-Turorial von Christian Müller von „Sozial-PR“ ansehen
    • Teil 1: Snapchat Grundlagen Tutorial: Navigation, Chat, Einstellungen und mehr
    • Teil 2: Snapchat Grundlagen Tutorial: Story, Discovery und Praxistipps fürs Snappen
  • Für aktuelle News rund um Snapchat empfehle ich Dir außerdem Allessnap.de von Achim Hepp.

Warum Öffentlichkeitsarbeit in Eurem Verein heute wichtiger ist denn je

„Tue Gutes und rede darüber“ – der Spruch stammt zwar von einem Politiker, einem Kommunisten genauer gesagt. Das bedeutet aber nicht, dass er unwahr wäre und das wissen viele Vereine, Genossenschaften und sonstige Ehrenamtliche auch. Sie haben deswegen seit Anbeginn des Ehrenamtes an sich immer irgendeine Art von Öffentlichkeitsarbeit betrieben – und wenn die sich in einigen Fällen vielleicht auch nur darauf beschränkt hat, der örtlichen Presse mitzuteilen, was man so tut.

Öffentlichkeitsarbeit gibt es tatsächlich in vielen verschiedenen Formen und Formaten und in den letzten Jahren sind zudem auch noch viele hinzu gekommen. Und die Entwicklung geht weiter: Wo die einen von uns heute noch versuchen, wenigstens unsere Facebookseite einigermaßen aktuell zu halten, feilen andere bereits an einer Snapchat-Strategie. Auch die Ausmaße und der Aufwand, den wir Ehrenamtlichen in unsere Öffentlichkeitsarbeit stecken, variiert stark und hängt natürlich vor allem von den konkreten Zielen und Aufgaben des Vereins ab – und von dessen Mitgliederentwicklung.

Und die ist einer der zentralen Gründe, aus denen auch Du Deine bisherige Öffentlichkeitsarbeit hinterfragen und vielleicht etwas aufmöbeln solltest. Für mich der zentrale Grund, zumindest für die Vereinsarbeit. Denn ohne Mitglieder kannst Du Deinen Verein nunmal irgendwann zu machen.

Aber darauf gehe ich später noch genauer ein. Lass mich zunächst die anderen Gründe aufzählen und erklären, aus denen gute Öffentlichkeitsarbeit im Ehrenamt so wichtig ist.

  • Öffentliche Anerkennung: Wem man gelegentlich für die gute Arbeit auf die Schulter klopft, der fühlt sich in seinem Engagement bestätigt. Ja, wir alle machen das nicht, weil wir Schulterklopfer brauchen – aber sie motivieren halt trotzdem 😉
    Anerkennug setzt natürlich voraus, dass die Öffentlichkeit überhaupt Notiz von dem nimmt, was man so treibt. Also müssen wir dafür sorgen!
  • Fördergelder, Sponsoren, Spenden etc.: Als Ehrenamtliche opfern wir vor allem unsere Zeit. Doch nicht alles lässt sich einfach so mit genügend Zeit erledigen, zumal die unsere natürlich auch begrenzt ist. Und vieles, was wir außerdem noch für unsere Arbeit brauchen, kostet nunmal Geld. Jeder Verein freut sich deshalb über Zuwendungen jeder Art und in beinahe jeder Höhe. Und jeder Ehrenamtler hat hervorragende Ideen, was er mit 100, 1.000 oder sogar 10.000 Euro verfügbarer Gelder cooles für seinen Verein auf die Beine stellen könnte.
    Aber wenn Du diese Ideen nie jemandem mitteilst, kann sie auch niemand so cool finden, dass er dafür Geld springen lässt. Also brauchst Du Öffentlichkeitsarbeit!
  • Aufmerksamkeit: Auch ohne, dass es wirklich um Mitgliederwerbung oder dem Spendensammeln gehen muss, zeigen wir doch alle hin und wieder gerne, was wir so tun. Und es ist ja auch interessant und bewegend, sonst würden wir es ja nicht machen! Lassen wir doch andere daran teilhaben. Erzähle Deinen Mitmenschen, was Du so treibst. Und das ist auf jeden Fall dann auch: Öffentlichkeitsarbeit!
  • Werbetrommel für Veranstaltungen: Die wohl offensichtlichste Form der Öffentlichkeitsarbeit und eine, um die letztlich keiner herumkommt, wenn er Veranstaltungen welcher Art auch immer plant und durchführt. Auch das kann man besser oder weniger gut hinbekommen, auch hier lohnt es sich, zu schauen, was geht.

Das sind alles bereits verdammt gute Gründe, die beste Öffentlichkeitsarbeit der Welt abzuliefern – oder es zumindest zu versuchen. Die Mutter aller Gründe sind aber Deine Mitstreiter, die Vereinsmitglieder und die, die es noch werden sollen.

Denn von denen ist der Fortbestand Deines Vereins abhängig und auch jede andere ehrenamtliche Tätigkeit, die über Deine eigene Schaffensphase hinaus betrieben werden soll.

Und die Neumitgliedergewinnung ist heute auch eine ganz eigene Herausforderung geworden. Und zwar aus drei Gründen:

  • Demographischer Wandel.
  • Konkurrenz durch andere Freizeitaktivitäten, von denen es so viele wie nie gibt.
  • Die Kombination aus beidem: Weniger potenzielle Mitglieder generell, die sich gleichzeitig auch noch für tausend andere Dinge interessieren. Das eine verstärkt noch das Andere, denn wenn meine ganzen Freunde anderes tun, sind für mich eben auch andere Dinge interessanter.

Ja ich weiß, es ist eine alte Leier, die niemand mehr hören will aber es ist nunmal so: Es gibt immer weniger junge Leute und dementsprechend hat alles und jeder größere Schwierigkeiten als früher, Nachwuchs für die eigene Sache zu finden. Das gilt natürlich nicht nur für Ehrenämter aber eben auch hier und besonders hier laufen wir immer wieder Gefahr, die vielleicht heute noch gute Lage falsch einzuschätzen und wundern uns dann, wenn plötzlich der halbe Vorstand wegen seines Studiums die Stadt wechselt und wir einfach keine aktiven Leute mehr finden… dazu sollten wir es nach Möglichkeit nicht kommen lassen und eine Öffentlichkeitsarbeit, die unsere Tätigkeiten aktiv und und aktuell begleitet und mindestens dafür sorgt, dass man uns auf dem Zettel hat, bestenfalls die Leute so richtig neugierig macht, selbst aktiv zu werden.

Etwas schwieriger wird es, wenn wir versuchen, uns von unserer direkten „Konkurrenz“ abzusetzen. Vor wenigen Jahrzehnten hatten die Leute im Wesentlichen ihre drei Fernsehprogramme, ein Buch und die Tageszeitung, die sie neben Job und Familie von einem Ehrenamt abhalten konnten. Da erscheinen Freiwillige Feuerwehr, Fußballverein und selbst der Volkstanzkreis sehr schnell als willkommene Abwechslung vom Alltag und der Zulauf war für die Vereine damals beinahe ein Selbstläufer. Lang lang ists her!

Mittlerweile ist der potenzielle Nachwuchs unter Umständen schon glücklich, wenn er sich mittels Smartphone oder Playstation zerstreuen kann. Außerdem nimmt die Zahl der Ganztagsschulen immer mehr zu und selbst, wo sie dies nicht tun, gibt es reichlich Gelegenheiten, seine Zeit mehr oder weniger erfüllend und sinnvoll rumzukriegen. Nicht zuletzt machen auch wir Ehrenamtlichen uns gegenseitig heute gefühlt mehr Konkurrenz als früher, weil viele Sportvereine begriffen haben, dass sie letztlich auch in Konkurrenz mit der nächstbesten Muckibude stehen und entsprechend ihr Angebot stetig verbreitern und interessanter machen und das gilt letztendlich auch für alle anderen Vereine.

Kurzum: Nie hatte man dermaßen viele Möglichkeiten, coole Sachen zu machen! Das ist eigentlich ja auch sehr schön und ich werde einen Teufel tun und darüber jammern 🙂 Aber: Für uns macht es die Mitgliederwerbung halt nicht gerade einfacher und das sollten wir immer im Hinterkopf haben.

Erschwerend kommt hinzu, dass beide Effekte sich gegenseitig verstärken. Denn wo es schon aus rein demographischen Gründen an Nachwuchs fehlt, wird es auch schwieriger, mit tollen Angeboten zu locken. Und wo die eigenen Freunde viele andere Interessen haben, ist eine Vereinsmitgliedschaft möglicherweise auch nicht das Naheliegendste für die demographisch bedingt weniger werdenden Jugendlichen.

Eine gute Öffentlichkeitsarbeit hat also nicht nur viele Vorteile, sie ist eigentlich heutzutage durch nichts zu ersetzen und überlebenswichtig für was immer Du auch mit Deinem Ehrenamt bewirken möchtest. Deswegen wird sich dieses Blog auch sehr intensiv mit diesem Thema beschäftigen und Dir zeigen, wie Du in Sachen öffentlicher Wirkung das Beste aus Deinem Verein herausholen kannst.

Die gute Nachricht ist: Dank vieler großer und kleiner technischer Helfer ist die Öffentlichkeitsarbeit zeitgleich mit ihrer Wichtigkeit inzwischen auch so einfach wie nie zuvor geworden. Und darum wird es im nächsten Artikel gehen 🙂